Liebling, Roman
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Liebling #3: „Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano

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Donnerstags ist hier immer Zeit für meine Liebling / Schwächling-Reihe. In dieser Woche möchte ich Euch „Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano ans Herz legen. Ein wirklich ganz besonderes Buch, das leider viel zu wenige Leute kennen.

Durch Anklicken des Covers gelangt Ihr auf die Verlagshomepage mit Daten und einer Leseprobe zum Buch

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Klappentext:

Der Bestsellerautor aus Italien – ein fulminantes Lesevergnügen!

Ein einziger Tag in ihrer Kindheit hat über ihr ganzes Leben entschieden. An diesem Tag verlor Alice das Vertrauen in ihren Vater und ihre Lebenslust. Mattia hingegen verlor mit sechs Jahren seine Schwester, deren Hilfsbedürftigkeit er nur ein einziges Mal missachtete. Sieben Jahre später lernen sich Mattia und Alice auf dem Gymnasium kennen. Das Schicksal scheint sie füreinander bestimmt zu haben.

Was macht das Buch zu meinem Liebling?

Es war vor allem die bildhafte Sprache des Titels, die mich  auf das Buch aufmerksam machten.

Im Alter von gerade einmal 26 Jahren ist Giordano so ein zugleich schmerzhafter wie warmherziger Debütroman über Schuld und das Erwachsenwerden gelungen. Anhand zweier Außenseiter schildert er schlüssig und eindrucksvoll, wie Ereignisse aus der Kindheit, das gesamte spätere Leben beeinflussen können. Dabei taucht Giordano scheinbar mit Leichtigkeit und viel Einfühlungsvermögen tief in die Gefühlswelten beider Protagonisten ein.

Noch nie habe ich etwas gelesen, bei dem Begriffe aus so nüchternen Wissenschaften wie der Mathematik oder der Informatik auf so poetische Weise benutzt wurden. So wird etwas der Begriff der Zwillingsprimzahl, welcher zwei Primzahlen beschreibt, die nur durch eine einzige gerade Zahl getrennt sind, dazu verwandt, um den Schmerz zu beschreiben, den Mattia empfindet, wenn er an Alice denkt. Denn obwohl die beiden für einander bestimmt zu sein scheinen, lassen es ihr nach wie vor tief sitzender Schmerz aus Kindheitstagen nicht zu, dass die beiden tatsächlich nahe kommen.

Bei dieser Lektüre geriet ich in ein wahres Wechselbad der Gefühle. Einerseits wünschte ich mir natürlich, dass die beiden endlich zusammenfinden. Andererseits konnte ich es aber auch vollkommen nachvollziehen, weshalb sie den jeweils anderen nicht ganz an sich heran lassen wollen. So wird der Schmerz der beiden Protagonisten zum Schmerz des Lesers, der glückerweise gleichzeitig durch die warmherzig poetische Erzählweise des Autors getröstet wird.

Was ich sonst noch sagen möchte:

  • Das Buch wurde mittlerweile verfilmt.
  • Von Giordano ist unter dem Titel „Der menschliche Körper“ mittlerweile ein zweiter Roman über den Afghanistankrieg erschienen, der auf meiner Wunschliste steht.

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  1. Pingback: Die Liebe macht das Leben erst so richtig lebenswert * lesefreude

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