125Interview, Lieblingsschreibplatz
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Lieblingsschreibplatz #12: Majon Wallis

Dieser Lieblingsschreibplatz ist zugleich auch ein Lesetipp zum Thema Starke Frauen. Mit Lady Lanwoods kühner Plan ist im vergangenen Jahr der erste Roman von Major Wallis erschienen. In dem historischen Roman setzen sich zwei englische Ladys auf ihre Weise gegen das gängige Frauenbild ihrer Zeit zur Wehr, in dem sie ihr technisches Verständnis auf der Weltausstellung in London bzw. hinter der Fotokamera unter Beweis stellen. – Ein spannender Stoff, wie ich finde.

Scheiben & Malen/künstlerisch arbeiten gehören schon sehr lange zu Majons Leben. Angefangen hat das Schreiben mit Lyrik, dann die ersten Kunstausstellungen, später kurze Liebesromane für Zeitschriften, vor fast einem Jahr dann der erste Roman. Hier gibt sie nun einen kleinen Einblick in ihren Schreiballtag.

Wo schreibst Du am liebsten und warum?

Am liebsten sitze ich in der Couchecke, Laptop auf den Knien, eine Tasse Tee und Kekse in Reichweite, manchmal Cara (einen unserer zwei Hunde) neben mir. Die vierpfotige Muse fordert natürlich Tribut in Form von Streicheleinheiten, das passt oft gut – wenn ich feststecke, nach einem bestimmten Ausdruck suche, ist ein kurzes Abschweifen hilfreich.

Hast Du eine feste Schreibroutine (z.B. feste Zeiten, zu denen Du schreibst) oder ein -ritual? Wenn ja, welche/s?

Wenn ich es schaffe, zeitig aufzustehen, sitze ich vor dem Job eine Stunde am Schreibtisch. Das klappt so 2-3 Mal die Woche, wenn gutes Wetter ist, höre ich Vogelgezwitscher durch´s offene Fenster. Manchmal versuche ich abends noch ein wenig zu schreiben, dass ist nach einem langen Tag nicht so effektiv.

Wie entstehen Deine ersten Entwürfe (handschriftlich, getippt, diktiert, …) und warum genauso?

Die ersten Ideen halte ich auf Karteikarten und Zetteln fest, dann schreibe ich los. Die Rohfassungen von Lady Lanwood und zwei anderen Manuskripten sind mit NaNoWriMo entstanden (http://nanowrimo.org/). Da bleibt keine Zeit zum Nachdenken, jeden Tag muss eine bestimmte Wortanzahl geschafft werden. Das hat viel Spaß gemacht, auch die Vorstellung, für einen Monat nicht allein am PC zu sitzen, sondern mit vielen Gleichgesinnten, die auch versuchen, ihr tägliches Pensum zu schaffen. Nach der Rohfassung erstelle ich einen Verlaufsplan mit Kapiteleinteilung, so verliere ich nicht den Überblick.

Was inspiriert Dich? Woher bekommst Du Ideen für neue Geschichten?

Sobald ich ein wenig Zeit und Muße habe, fahren meine Antennen aus und halten Ausschau nach einem Wort, einem Satz, einem Bild. Wenn mich das nicht mehr loslässt, schaue ich genauer hin. Bei Lady Lanwood war es das Wort „Kristallpalast“, das mir über den Weg gelaufen, es hat sich festgesetzt und ist in meinem Kopf herumgeschwirrt, bis eine Geschichte entstanden ist. Es kann auch ist eine Stimmung sein beim Spazierengehen oder ein Duft, z.B. von Kamillenblüten im Sommer, daraus ist ein Gedicht geworden.

Was ist Deine Hauptmotivation beim Schreiben? Schreibst Du in erster Linie für Dich selbst oder möchtest Du eine bestimmte Botschaft vermitteln, auf ein Thema aufmerksam machen oder schlicht unterhalten?

Mein erster Roman ist entstanden, da ich herausfinden wollte, ob ich einen längeren Text schreiben kann. Bis dahin hatte ich Lyrik, kurze Prosatexte, eine Weile kleine Liebesromane für Zeitschriften geschrieben. Ein langer Text mit 300 Seiten ist eine richtige Herausforderung! Da mich historische Themen und auch das Frauenbild im Wandel der Zeiten interessieren, kommt zum Schreiben viel Recherche hinzu – Internet, Bücher, Bibliotheken, mal ein Museumsbesuch. Das ist zeitaufwendig, macht mir aber sehr viel Spaß. Also schreibe ich in erster Linie für mich. Wenn ich dann noch LeserInnen in meine Welten mitnehmen kann – wunderbar.

 

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