Lieblingsschreibplatz
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Lieblingsschreibplatz #11: Andreas Schuster

An diesem Donnerstag lässt uns Andreas etwas über die Schulter schauen. Er lebt und arbeitet in Hamburg, Als Schreibtrainer begleitet er andere auf dem Weg zum eigenen Roman. Daneben betreibt er einen Blog und eine Podcast zum Thema Kreatives Schreiben.

Wo schreibst Du am liebsten und warum?

Es gibt keinen Ort, an dem ich am liebsten schreibe. Das liegt daran, dass ich nicht immer derselbe bin, sondern in jedem Moment anders. Manchmal schreibe ich gerne auf dem Balkon oder in einem Park. Manchmal schreibe ich gerne unterwegs, wenn ich an überhaupt keinem Ort bin, sondern im Zug sitze oder im Auto. Doch meistens schreibe ich zu Hause an meinem kleinen Schreibtisch. Ob ich dort am liebsten schreibe? Häufig schon. Manchmal wäre ich jedoch auch gern woanders. Am Ende ist das jedoch nicht so entscheidend. Viel wichtiger als die Frage, wo ich gerade schreibe, ist, wohin ich mich schreibe mit dem, was ich schreibe.

Hast Du eine feste Schreibroutine (z.B. feste Zeiten, zu denen Du schreibst) oder ein -ritual? Wenn ja, welche/s?

Wenn es der Tag hergibt und ich nicht zur Arbeit gehen muss, dann setze ich mich nach dem Aufstehen mit einer Tasse Kaffee an den Schreibtisch und schreibe eine vorher festgelegte Anzahl an Seiten. Als Belohnung gibt es danach Frühstück. Dann geht es weiter, bis das Tagesziel erfüllt ist. Dann höre ich auf und mache etwas anderes.

So das Ideal, das ich mal mehr, mal weniger erreiche.

Wie entstehen Deine ersten Entwürfe (handschriftlich, getippt, diktiert,…) und warum genau so?

Ich schreibe mit der Hand in Hefte. Das hat mehrere Gründe. Zum einen bin ich wahnsinnig leicht ablenkbar. Und ein Computer bietet eben eine Vielzahl an Ablenkungsmöglichkeiten. Zum anderen habe ich das Gefühl, handschriftlich näher bei mir und dem Gedankenstrom in meinem Kopf zu sein. Am Computer finde ich es herausfordernd, ein Wort nicht zu löschen, wenn es mir in dem Moment nicht gut erscheint, sondern weiterzuschreiben. Dass das gelingt ist wichtig für den Schreibflow und die klare Trennung zwischen Schreib- und Überarbeitungsphasen. In einem nächsten Schritt tippe ich dann die ersten Entwürfe ab, drucke sie aus und gehe in eine zweite handschriftliche Korrektur- und Ergänzungsrunde. Das geht dann immer so weiter, bis es mit dem Text etwas wird oder ich das Projekt verwerfe.

Was inspiriert Dich? Woher bekommst Du Ideen für neue Geschichten?

Alles und nichts. Oder besser gesagt: Alles kann, nichts muss inspirieren. Wichtig ist es für mich, generell aufmerksam durch die Welt zu gehen. Viel lesen ist hilfreich, mit Menschen sprechen auch und immer wieder Neues erfahren und erleben. Was genau am Ende inspiriert ist nicht vorauszusehen. Es wäre auch langweilig, wenn ich das vorausberechnen könnte. Inspiration wäre dann nicht einmal mehr das richtige Wort. Inspiration zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie unerwartet und besonders ist. Dennoch lässt sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie sich ereignet. Die eigene Lebensweise lässt sich steuern, der Rest ist Vertrauen.

Was ist Deine Hauptmotivation beim Schreiben? Schreibst Du in erster Linie für Dich selbst oder möchtest Du eine bestimmte Botschaft vermitteln, auf ein Thema aufmerksam machen oder schlicht unterhalten?

Eine wichtige Frage. Denn nur mit der Klarheit, wozu du eigentlich schreibst, klappt das dauerhaft mit der Motivation. Bei mir geht es an erster Stelle um Selbstverwirklichung und Inspiration anderer Menschen. Ich habe Lust mich auszudrücken in dem, was ich tue und andere Menschen damit zu begeistern. An zweiter Stelle steht die Freude und der Spaß am Kreativflow. Und letztlich schreibe ich auch, da ich mir Anerkennung dafür wünsche. Die letzte Motivation ist jedoch ein wenig mit Vorsicht zu behandeln…

 

Wer von Andreas noch mehr über das Schreiben erfahren möchte, findet hier 11 weitere Fragen und Antworten dazu.

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