125Interview, Lieblingsschreibplatz
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Lieblingsschreibplatz #10: Wolfgang Eicher

Heute darf ich wieder einen Gast auf meinem Blog begrüßen. Nach meinem bewährten 1-2-5-Schema erzählt Autor Wolfgang Eicher von seinen Schreibgewohnheiten und lässt uns einen Blick in sein Wohnung werfen.

Wolfgang Eicher ist 41 Jahre alt und lebt in Wien. Er schreibt bereits seit seinem 15. Lebensjahr. Sein Roman „Die Insel“ der im März letzten Jahres bei Duotincta erschien, war bereits sein fünfter Roman – und zu diesem Zeitpunkt schon stolze 15 Jahre alt.

Schreiben ist für Wolfgang Eicher ein Prozess, der sich vor allem im Kopf abspielt und erst sehr viel später auf dem Papier bzw. Computerbildschirm. In seinem Interview wird deutlich, dass das Schreiben für ihn nicht nur ein Teil seines Lebens ist, sondern fast alle Bereiche durchzieht.

Wo schreibst Du am liebsten und warum?

Ich schreibe fast ausschließlich vor dem Computer. Das ist nicht sehr romantisch, aber am einfachsten bei der weiteren Bearbeitung der Texte. Meinen Computerplatz habe ich jedoch recht vorteilshaft eingerichtet. Die Sonne, wenn sie scheint, scheint mir ins Gesicht, manchmal blendet sie so sehr, dass sie mich in eine Pause treibt. Wichtiger jedoch ist die Aussicht, der Blick in die Stadt, der mich inspiriert. Nicht unwichtig im Sein meines Schreibeplatzes ist auch ein gewisses Maß an Unordnung, worin sich das Glas Wasser und die Zigaretten gut einfügen.

Hast Du eine feste Schreibroutine (z.B. feste Zeiten, zu denen Du schreibst) oder ein -ritual? Wenn ja, welche/s?

Ich habe weder feste Schreibzeiten noch Schreibrituale. Ich schreibe oder arbeite an meinen Büchern, wenn ich Zeit und Lust dazu habe. Das kann zu allen Tages- und Nachtzeiten der Fall sein. Das kann fünf Minuten dauern oder auch viele Stunden am Stück. Normalerweise arbeite ich jedoch nicht länger als eine halbe Stunde, um mir dann eine Pause im Bett zu gönnen.

Wie entstehen Deine ersten Entwürfe (handschriftlich, getippt, diktiert,…) und warum genau so?

Am Computer schreibe ich immer gleich los, chronologisch von der ersten bis zur letzten Seite. Meine Entwürfe entstehen alle im Kopf fast immer in meinem Mittelhochbett. In endlosen Traumreisen schwebt meine Fantasie einen Kopf über mir und flüstert mir ein. Ich schreibe höchstens nur eine knappe Gliederung von drei bis neun Überschriften der Kapitel auf, bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben beginne.

Was inspiriert Dich? Woher bekommst Du Ideen für neue Geschichten?

Ich knete die Realität und würze sie mit Ungehörtem. Ich liege auf dem Bett und lasse Gedanken kreisen wie Diskokugellichter. Dann springe ich auf und schreibe weiter. Das ist die eine Variante. Die andere kann manchmal zehn Jahre dauern. Zuerst ist ein Titel. Dann eine Idee. Dann die Geschichten zur Idee. Und wenn das Buch als Ganzes in meinem Kopf ist, beginne ich mit der Niederschrift. Inspirierend für mich sind dabei Freunde, denen ich die ersten Happen erzähle, die Unordnung in meinem vor Fotos und Bilder überladenen Zimmer und eine Kraft, deren Ursprung ich noch nicht erkundet habe. Die Geschichten sind einfach da.

Vielen Dank, Wolfgang, für diesen spannenden Einblick. Deine Antworten über „Traumreisen“ und das „Kneten der Realität“ machen mich neugierig auf Deinen Roman. „Die Insel“ werde ich mir bestimmt bald besorgen.


Wer ebenfalls mitmachen möchte und mir ein 1-2-5-Interview zu seinem Lieblingsleseplatz, Lieblingsschreibplatz oder seiner Lieblingsbuchheldin geben möchte, findet hier alle Infos:

1-2-5-Interviews

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