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Mein Rückblick auf das Lesejahr 2016

Der Beginn eines neuen Jahres ist auch immer die Zeit, um auf das alte Jahr zurückzuschauen. Auch ich habe das in den letzten Tagen getan und mein Lesejahr 2016 noch einmal Revue passieren lassen. Aber – keine Angst! – ich werde euch nicht mit der Anzahl meiner gelesenen Bücher oder Seiten langweilen.

Da ich in 2016 wesentlich mehr las, als ich hier rezensierte, wird mein üblicher Lieblinge und Schwächlinge– Beitrag dem gesamten Lesejahr eigentlich nicht ganz gerecht. Daher kommt hier ein Rückblick, der alle gelesenen Bücher und gehörten Hörbücher einschließt. (Der traditionelle Lieblinge und Schwächlinge– Beitrag mit einem Rückblick auf die rezensierten Bücher folgt in Kürze.)

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

Das vergangene Lesejahr hielt gleich zwei positive Überraschungen bereit, die ich nicht rezensiert habe. In beiden Fälle brauchte es außerdem einen kleinen Schubs – ganz freiwillig hätte ich wohl keines davon gelesen.

Die Bücherdiebin von Markus Zusak habe ich eigentlich nur gelesen, weil es auf der Liste der Bücherkultur Challenge stand und ich bei Rebuy eine gültige gebrauchte Ausgabe fand. Seit meiner Schulzeit, in der ich unverhältnismäßig viel mit damit malträtiert wurde, meide ich nämlich Bücher über den 2. Weltkrieg und Nazi-Deutschland. Im Nachhinein bin ich aber sehr froh, für Die Bücherdiebin eine Ausnahme gemacht zu haben, denn  statt der erwarteten zähen Lektüre habe ich eine ganz zauberhafte Geschichte über die Magie des Lesens und die Liebe zur Bücherwelt entdeckt. Auch die außergewöhnliche Ideen, den Tod zum Erzähler dieser Geschichte zu machen, und die poetischen Sprachbilder gefielen mir gut. Die knapp 600 Seiten hatte ich deshalb auch in nur einer Woche gelesen. Danach habe ich gleich ein paar Mal versucht, eine Rezension dazu zu verfassen. Aber leider gelingt es mir nicht, all meine Gefühle und Gedanken, die dieses Buch in mir auslöste in geeignete Worte zu fassen.

Auch Jahresausklang auf Madeira – Wellengeflüster in Portugal von Brina Stein habe ich nicht freiwillig sondern zur Vorbereitung des ClueWriting Interviews gelesen. Ich habe mir davon – ich bin ganz ehrlich – nicht nur wenig sondern gar nichts versprochen. Umso größer war dann meine Überraschung als mich beim Lesen bestens amüsierte. Es ist zwar keine Geschichte mit sonderlich viel Tiefgang, aber sie ist sehr kurzweilig und überraschte mit ungewöhnlichen Erzählperspektiven. Da erzählen auch schon einmal Schiffe oder Städte. Außerdem laden die fernen Orte, an denen sie spielt zum Träumen ein und verbreiten Urlaubsstimmung.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Sehr enttäuscht war ich von Emilienne  oder: Die Suche nach der perfekten Frau von Anne Berest, dessen Klappentext einen „modernen Frauenroman von einer der aufregendsten Autorinnen Frankreichs“ und „ein gekonntes Spiel mit weiblichen Rollenbildern, Erwartungen und Tabubrüchen, lässig, sinnlich und sehr humorvoll.“ versprach. Vorgefunden habe ich dann aber leider einen sehr schnell durchschaubaren Roman mit einer äußerst dürftigen Rahmenhandlung und ziemlich blassen weiblichen Charakteren, bei dem mir bis zum Schluss nicht ganz klar wurde, ob es nun eine Satire, eine Gesellschaftskritik oder ein Liebesroman sein sollte.
Meine Rezension könnt ihr >>hier<< nachlesen.

Christmasland von Joe Hill enttäuschte mich sogar so sehr, dass ich das Buch abbrach. Und das obwohl mir der Anfang noch außerordentlich gut gefiel. Ich glaubte, ein wenig des berühmten Papas darin erkennen zu können. Genau diese Verwandtschaft war es auch, die mich so neugierig auf das Buch machte. In der Mitte jedoch ließ der Roman stark nach und hatte einige Längen. Abgebrochen habe ich ihn aber erst, als der Autor anfingen, sich ständig zu wiederholen und die gleichen Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen, ohne dass sich daraus neue, zusätzliche Erkenntnisse für mich als Leserin brachte.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Insgesamt war es ein Stephen King-Jahr. Die mit Abstand meisten Bücher von einem Autor habe ich im letzten Jahr vom Meister des Horrors gelesen. Das lag vor allem daran, dass der Heyne Verlag jeden Montag eine neue Kurzgeschichte von Stephen King als eShort erstmals auf Deutsch veröffentlichte. Außerdem habe ich die Der Dunkle Turm-Reihe angefangen und die Bill Hodges-Trilogie beendet. Aber natürlich kannte ich Stephen King auch schon vorher, so dass es wohl eher eine Wieder- als eine Neuentdeckung war.

Durch meinen neuen Blogschwerpunkt habe ich außerdem viele Autorinnen gelesen. Vor allem für Elif Shafak und Chimamanda Ngozi Adichie schwärme ich seit dem vergangenen Lesejahr sehr. Im Falle von Elif Shafak liegt dies nicht nur an ihren tollen Büchern, von denen ich in 2016 Ehre las und >>hier<< rezensierte, sondern auch an ihrem so sympathischen Auftreten auf der Frankfurter Buchmesse, wo ich sie am Stand von SPIEGEL ONLINE erlebte. Von Chimamanda Ngozi Adichie habe ich zuerst Americanah gelesen und >>hier<< rezensiert. Aber es war ihre fantastische Rede We should all be feminists über die Gründe für einen modernen Feminismus, die mich erst so richtig zum Adichie-Fan machte.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Auch mein Lieblingscover stammt von einem Buch, dass ich nicht rezensiert habe: Die Blausteinkriege 2 – Sturm aus dem Süden von T. S. Orgel. Ich mag die aufwändige, detailreiche Gestaltung der Abbildung, die mir beim ersten Band schon so gut gefallen hat. Man weiß sofort, was einen erwartet – nämlich fantastische Abenteuer an einer rauen Küsten.

(Da ich Die Blausteinkriege 2 – Sturm aus dem Süden als e-Book gelesen habe und das Cover in Schwarz-Weiß etwas leidet, verlinke ich euch statt eines eigenen Fotos zur Homepage des Heyne Verlags.)

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2017 lesen und warum?

Ich mache mir grundsätzlich keine großen Lesepläne, sondern lese ausschließlich nach dem Lustprinzip. Insofern fällt es mir etwas schwer, auf diese Frage konkret zu antworten. Aber ich plane ab März 2017 eine starke Frauen-Lesechallenge, für die ich – hoffentlich diesmal mit einigen MitstreiterInnen – wieder Bücher von und über starke Frauen lesen werde. Die Details werde ich noch bekannt geben.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der 8. BuchSaiten Blogparade 2016 auf Die Liebe zu den Büchern teil.

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