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Lieblingsschreibplatz #8: J. F. Sebastian

Jetzt im Herbst, wenn die Tage kürzer und das Wetter trüber wird, zieht es mich immer zu den Fantasybüchern. Daher freut es mich ganz besonders, Euch heute den Lieblingsschreibplatz eines Autors für fantasievolle Jugend-Thriller vorstellen zu dürfen.

12-die-akademie-der-zeitIn 12- Die Akademie der Zeit ändert sich das Leben des 13jährigen Daniels von einem Moment auf den anderen ganz grundsätzlich. Er lernt ein Mädchen kennen, wird von einem mysteriösen Fremden verfolgt, erfährt ein unglaubliches Geheimnis über seine Familie und muss schmerzhaft feststellen, dass es mehr als nur eine Welt gibt.
Eine Leseprobe findet Ihr >>hier<<.

Autor dieses spannenden Jugend-Sci Fi-Fantasy-Buchs ist J.F. Sebastian, der 1978 im fränkischen Ansbach geboren wurde. Hauptberuflich arbeitet der ausgebildete Informatiker und studierte Ingenieur heute als Softwareentwickler. Zuvor war er viele Jahre als Redakteur und Autor für die Film-, Fernsehen- und Internetbranche tätig. Seine Freizeit verbringt er gerne mit dem Schreiben von Geschichten, die nicht nur er selbst gerne lesen würde.

Und so schreibt J. F. Sebastian am liebsten:

Wo schreibst Du am liebsten und warum?

wo-ich-schreibeAlso mittlerweile schreibe ich am liebsten in der Bibliothek (siehe erstes Foto), von weniger fantasievollen Zeitgenossen auch Esszimmer genannt. 🙂 Warum? Weil das erste Arbeitszimmer irgendwann zum ersten Kinderzimmer und das zweite Arbeitszimmer irgendwann zum zweiten Kinderzimmer wurde. Ein drittes Arbeitszimmer ist auf jeden Fall geplant, ein drittes Kind nicht. Die Chancen, dass ich diese Antwort in Zukunft also aktualisieren muss/darf stehen gar nicht so schlecht.

Hast Du eine feste Schreibroutine (z.B. feste Zeiten, zu denen Du schreibst) oder ein -ritual? Wenn ja, welche/s?

Früher (als es noch mehr Arbeitszimmer als Kinderzimmer gab) hatte ich tatsächlich noch feste Zeiten. Mittlerweile nutze ich einfach jede Gelegenheit, die sich mir bietet. Da ich unter der Woche noch einem 9-to5-Brotjob nachgehe und die Familie natürlich auch nicht zu kurz kommen soll, beschränkt sich das Schreiben im Moment vor allem auf die Zeit zwischen Kind-im-Bett und Papa-im-Bett. Das einzige Ritual (wenn man es denn so nennen kann) ist das Aufsetzen der Kopfhörer und starten von Spotify.

Wie entstehen Deine ersten Entwürfe (handschriftlich, getippt, diktiert,…) und warum genau so?

Also erst mal gehe ich ziemlich lange mit einer Idee in meinem Kopf schwanger. Und entweder sie wächst immer weiter und will irgendwann raus aus dem Kopf, oder sie verschwindet irgendwann wieder. Früher bekam jede geschlüpfte Idee dann ihr eigenes Notizbuch und konnte dort dann handschriftlich weiterwachsen. Mittlerweile sammle und entwickle ich aufploppende Ideen allerdings immer öfter digital. Meine 12 – Trilogie, die mittlerweile auf eine ziemlich lange Entstehungsgeschichte zurückblicken kann, fing wirklich mit einer plötzlichen Idee beim U-Bahn fahren an. Irgendwann hab ich mich hingesetzt und die ersten Kapitel einfach runtergeschrieben. Ideen für die Geschichte kamen dann in ihr eigenes Notizbuch (siehe zweites Foto). Die wirkliche Planung in digitaler Form, inklusive Plotten aller Teile folgte dann erst später. Zwischendurch kamen dann auch noch immer wieder lose Notizzettelchen dazu, auf denen einzelne Fragen oder Probleme festgehalten sind. Mittlerweile gibt es aber unzählige Word/Excel-Dokumente um Ideen festzuhalten, Charaktere zu entwickeln, Zeitabläufe im Blick zu halten, Plot Points zu dokumentieren, etc… Im Chaos kann (und wird) das Ganze dann allerdings trotzdem immer noch ausarten. Aus genau diesem Grund teste ich mit yWriter und Storybook auch gerade noch zwei Vertreter von Autoren-/Schreibsoftware. 100% zufrieden bin ich damit allerdings noch nicht. 😀 Aber um noch einmal kurz auf die eigentliche Frage zurückzukommen: handschriftlich – MANCHMAL, getippt – OFT, diktiert – NIE.wie-ich-schreibe

Was inspiriert Dich? Woher bekommst Du Ideen für neue Geschichten?

In erster Linie inspiriert mich Musik. Ohne Musik könnte ich nicht Schreiben und mit der falschen Musik klappt es auch nicht. Hin und wieder schleicht sich auch mal eine Idee beim Schauen eines Films oder einer Serie in meinen Kopf. Die entsteht dann aber meistens nicht aus der Handlung, sondern auch mehr aus der jeweiligen Stimmung einer bestimmten Szene heraus. Was dann eben auch wieder oft mit der dort gerade gespielten Musik zusammen hängt. So schließt sich der Kreis also wieder. Musik inspiriert mich. Oft hat man beim Schreiben ja auch schon die Bilder im Kopf, stellt sich vielleicht einen bestimmten Schauspieler vor. Ich habe beim Schreiben einer Szene immer schon einen Soundtrack im Ohr. Übrigens auch ein Thema, welches ich in meinem Blog behandle (wenn die kurze Eigenwerbung erlaubt ist :-))

Was ist Deine Hauptmotivation beim Schreiben? Schreibst Du in erster Linie für Dich selbst oder möchtest Du eine bestimmte Botschaft vermitteln, auf ein Thema aufmerksam machen oder schlicht unterhalten?

Also wenn ich so auf die letzten 25 Jahre zurückblicke kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass ich in erster Linie schlicht und einfach unterhalten will. Schon in der Schule war ich kein großer Fan von „was wollte uns der Autor damit sagen“-Diskussionen und das zieht sich bis jetzt durch. Ich möchte keine Botschaft vermitteln, auf kein Thema aufmerksam machen, niemanden wachrütteln, sondern freue mich einfach darüber, wenn jemand eine gute Zeit beim Lesen der Geschichte hat. Und wenn man sich am Ende des Buches für einen kurzen Moment wünscht, es würde einfach noch ewig so weitergehen, dann ist das genaue meine Motivation. Ich schreibe also maximal die ersten paar Sätze einer Geschichte für mich, solange bis dieser Druck aus meinem Kopf ist. Ab dann tritt sofort die Leserschaft für mich in den absoluten Fokus. Anfangs noch in Form von meinen Testlesern, bei denen ich mich schon immer stark zurückhalten muss, um nicht sofort jeden neuen Absatz zu schicken. Und später dann in Form von „echten“ Leserinnen und Lesern. Die dann hoffentlich so viel Spaß bei Lesen haben, wie ich beim Schreiben.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Deine Schreibgewohnheiten.

Wer noch mehr über J. F. Sebastian erfahren möchte, sollte seine Homepage besuchen: https://jfsebastianblog.wordpress.com

Außerdem ist er als @jayfsebastian bei Twitter zu finden.

1 Thema – 2 Fotos – 5 Fragen

Wenn du auch bei meiner Interviewserien mitmachen möchtest, findest du >>hier<< alle weiteren Informationen dazu. Ich freue mich schon auf deine Antworten.

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