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Gastbeitrag: Kindle Fire HD 7 – Ein eReader für Blinde

Im heutigen eReading-Beitrag geht es einmal nicht um den Tolino, sondern um die – wie ich finde – spannende Frage, wie man Büchern auch Blinden zugänglich machen kann. Die moderne Technik bietet hier einige neue Möglichkeiten, die Sehbehinderten und Blinden das Lesen erleichtern. Dennoch sind die wenigsten eReader tatsächlich für Blinde geeignet. Selbst wenn sie eine Vorlesefunktion besitzen, wollen sie schließlich auch bedient werden. Schwer ertastbare Knöpfe können Sehbehinderten den Umgang mit dem eReader gründlich vermiesen.

Als sehender Mensch ist schwer, sich in die Welt eines Blinden hineinzuversetzen. Daher bin ich sehr froh, dass ich Uta als Gastautorin für das Thema eReader für Blinde gewinnen konnte. Uta ist selbst begeisterte Leserin und blind. Sie hat das Kinde Fire HD 7 auf seine Tauglichkeit als eReader für Blinde getestet.


Es gibt inzwischen eine Reihe Möglichkeiten auch Blinden eBooks zugänglich zu machen. Unter anderem ist dies auf allen Apple-Produkten durch den Screenreader VoiceOver und bei Android-Geräten mit Talkback, Voice Assistent oder VoiceView zu bewerkstelligen. Ihr seht schon, es ist ein umfangreiches Thema, und ich greife mir heute das Kindle Fire HD 7 heraus.

Das Kindle Fire HD 7 ist mit seinen technischen Voraussetzungen kein Spitzen-Tablet, aber das kann man bei dem Preis auch nicht erwarten. Es kommt mit dem bereits vorinstallierten Amazon-Account ins Haus. Beim ersten Einschalten legt man 2 Finger auf und nach wenigen Sekunden beginnt VoiceView zu sprechen. Nun ist nur noch die Verbindung mit dem Internet herzustellen und es kann losgehen.

Der Bildschirm ist ähnlich wie bei iOs (Apple) aufgebaut. Die Home-Taste wird durch eine immer angezeigte Dock-Leiste am unteren Rand ersetzt. Darin befinden sich die Buttons „zurück“, „Startseite“ und „geöffnete Apps“.

VoiceView ist mit einigen rudimentären Gesten ausgestattet, die für die Nutzung des Tablets allerdings ausreichend erscheinen. Die Einstellungen für die Sprachausgabe findet man, wenn man mit 2 Fingern die Statusleiste am oberen Rand herunterzieht.

Getestet habe ich nur die bereits vorinstallierten Apps von Amazon.

Die Audible-App

kommt mit einem ähnlichen Design wie für iOs (Apple-Betriebssystem) daher und ist ohne weiteres mit den Wisch- und Klickgesten bedienbar.

Bei der Kindle-App

gibt es die Möglichkeit das kontinuierliche Lesen mit einer Geste (mit einem Finger runter und nach rechts fahren) zu starten, was jedoch dazu führt, dass sämtliche Satzzeichen mitgelesen werden. Um dies zu umgehen, tippt man auf der gerade geöffneten Seite zweimal mit dem Finger, um das Menü zu öffnen. Fährt man mit dem Finger auf dem Bildschirm nach unten, läßt sich die „Text to speech“-Funktion finden. Mit einem Doppelklick auf den Playbutton beginnt das kontinuierliche Lesen und es werden keine Satzzeichen mitgelesen.
Wenn man sich auf der Startseite der Kindle-App befindet, schiebt man den Bildschirm mit 2 Fingern nach links und steht dann sofort auf der Seite mit den zuletzt gelesenen Büchern. Führt man das fort, erscheinen so nacheinander die zuletzt genutzten Inhalte; auch Videos und Musik etc. Hierfür ist die Prime-Mitgliedschaft zu empfehlen.

Fazit

Mit der hauseigenen Sprachausgabe von Amazon läßt sich das Kindle Fire HD 7 nutzen und ist als Multimediagerät für unterwegs ein guter Begleiter. Leider sind nicht alle Amazon-Geräte mit VoiceView ausgestattet und daher sollte man sich vorher immer informieren ob die Zugänglichkeit gegeben ist.

Dies war nur ein ganz kleiner Einblick in die Welt, wie Blinde heute an Informationen herankommen können. Durch neue Entwicklungen wird dieser Markt immer größer, aber somit auch zeitintensiver.

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