2 Herzchen, 4 Herzchen, Liebling, Schwächling, starke Frauen
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Lieblinge und Schwächlinge des 3. Quartals 2016

In den letzten drei Monaten habe ich zwar nicht besonders viel rezensiert; dafür gab es aber auch kaum schlechte Kritiken von mir. Nur ein einziges Mal enttäuschte mich ein Buch so sehr dass ich es mit ♥♥ bewertete. Leider gab es aber auch keine neuen Lieblingsbücher. Dafür konnte ich gleich vier Mal ♥♥♥♥ vergeben.

Gerade einmal acht Bücher habe ich besprochen. Dies lag auch daran, dass ich mit Anna Karenina von Tolstoi und der Der Dunkle Turm-Reihe von King natürlich auch zwei wahre Großprojekte in Angriff genommen habe. Auch das Hörbuch von Der Name der Rose, zu dem es am Sonntag wahrscheinlich die Rezension geben wird, hat mich lang beschäftigt. Trotzdem ist es wieder Zeit für eine kleine Bilanz und die Krönung der Lieblinge und Schwächlinge meiner Lesereise des 3. Quartals.

Schwächling

Eigentlich war es ein erfolgreiches Quartal. Die schlechteste Bewertung, die ich vergeben habe, waren ♥♥ und die gab es auch nur ein einziges Mal.

Von Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau von Anne Berest war ich ziemlich enttäuscht. Dabei hätte es so eine kluge und humorvolle Auseinandersetzung mit den weiblichen Idealbildern werden können. In der Umsetzung ist Anne Berest jedoch nicht mutig genug, um das Potenzial des Romans voll auszuschöpfen.

Aus meiner Rezension:

img_1508Fast erschien es mir so, als wolle Berest durch schieres erzählerisches Tempo darüber hinwegtäuschen, dass die einzelnen Frauenkurzporträts nur durch eine magere bis kaum vorhandene Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Leider bleibt dem Leser so aber auch kaum Zeit, um die sehr unterschiedlichen und vielschichtigen Ideen, die in „Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ vorgestellt werden, zu durchdenken.

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Lieblinge

Leider konnte ich keine neuen Lieblingsbücher entdecken. Beste Note waren  ♥♥♥♥. Die gab es dafür aber auch gleich mehrfach.

„Ehre“ von Elif Shafak

Obwohl mich Ehre nur in die Türkei und nach London führte, betrat ich mit diesem Buch eine mir vollkommen unbekannte Welt. Elif Shafak gelingt es in ihrem beeindruckenden Familienroman um einen kurdischen Ehrenmord, die Denk- und Entscheidungsmuster der islamischen Kultur für Westeuropäer verständlich zu machen.

Aus meiner Rezension:

Ehre mit TeeglasDurch das geschickte Verweben von unterschiedlichen Zeitsträngen, Handlungsebenen und Erzählperspektiven entsteht ein kluger und komplexer Roman, der die Hintergründe, Einflüsse und Denkmuster, die zu so einer Tat führen, aufzeigt, ohne bestimmte Personen per se als schlecht oder böse zu verurteilen.

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„Die Nachtigall“ von Kristin Hannah

Kristin Hannah nahm mich mit in das während des zweiten Weltkriegs von den Deutschen besetzte Frankreich, wo sie die beiden Schwestern Isabelle und Vianne um ihre Familie und ihre Freiheit kämpfen ließ. Trotz einiges Kritikpunkte gefiel mir das Buch so gut, dass ich es sogar verlost habe.

Aus meiner Rezension:

Nachtigall GewinnspielKristin Hannah erzählt eine fesselnde Geschichte voller Dramatik, weiblichem Heldenmut und Gefühl. „Die Nachtigall“ ist spannende Unterhaltungsliteratur und zusammen mit einer guten Tasse grünem Tee die perfekte Begleitung, um es sich während der kommenden verregneten Herbstwochenenden auf der heimischen Couch gemütlich zu machen.

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„Jean Batten, Pilotin“ von Fiona Kidman

Mit Jean Batten, Pilotin ging es für mich bis ans andere Ende der Welt nach Neuseeland. In diesem biografischen Roman setzt Fiona Kidman der Flugpionierin Jean Batten, die als erster Mensch alleine von England nach Neuseeland flog, ein literarisches Denkmal, mit dem sie genau meinen Nerv traf.

Aus meiner Rezension:

Jean Batten BeitragsfotoFrei von jeder Form der Heroifizierung beschreibt Fiona Kidman den bewegten Lebensweg einer höchst ambivalenten Persönlichkeit und lässt dabei auch die Schattenseiten ihrer Zielstrebigkeit sowie ihres späteren Ruhms nicht aus. So entsteht ein sehr authentisches Porträt der neuseeländischen Flugpionierin, das ich sehr gerne gelesen habe.

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„Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway

Mit Ernest Hemingway verschlug es mich wieder einmal nach Kuba, wo ich gemeinsam mit einem alten Mann einen riesigen Fisch bezwang. Es war nicht mein erster Versuch, diese Kurzgeschichte zu lesen, aber das erste Mal, dass ich einen Zugang dazu fand.

Aus meiner Rezension:

Der alte Mann und das Meer BeitragsfotoDer alte Mann und das Meer ist trotz der scheinbaren Stille des Settings eine kraftvolle und kluge Geschichte voller Lebensweisheit, die auch heute noch nichts von seiner Aktualität verloren hat. Ich bin froh, dass ich dem Buch mehr als eine Chance gegeben habe.

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Und bei euch?

Was waren eure Lieblinge und Schwächlinge der letzten drei Monate?

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