E-Reading
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tolino page im Alltagstest – was kann der jüngste Zuwachs der tolino Familie?

Pünktlich zu den Sommerferien haben die tolino Partner ein neues Basisgerät für Gelegenheitsleser auf den Markt gebracht – den tolino page. Mit dem selbsterklärenden und einfach zu bedienenden Gerät richtet man sich an weniger technikaffine Leser, die bisher noch vor dem Kauf eines eReader zurück schreckten, so heißt es in der Pressemitteilung der tolino Partner. Als einfacher Reisebegleiter soll der page bei digitalen Leseanfängern vor allem durch eine „übersichtliche Menüführung“ und „einfache Handhabung“ punkten. Auch der Einführungspreis von nur 69,- € ist verlockend.

Aber was kann das Gerät denn nun wirklich? – Um das herauszufinden habe ich für einen Tag meine Tolino Vision 3 HD gegen den neuen page getauscht.

Unboxing und erster Eindruck

Der tolino page ist einem einfachen, jugendlich-frisch türkisfarbenen Karton verpackt. Zu meinem Erstaunen liegt der eReader – nur geschützt von einer dünnen Tasche aus Luftpolsterfolie – lose darin, ohne einen fest vorgesehenen Platz in der Verpackung zu haben.

Als ich das Gerät aus der Luftpolstertasche befreit habe, bin ich etwas enttäuscht. Zwar mag ich den Grauton des Gehäuse und auch die gerundeten Kanten, dank derer der tolino page sehr gut in der Hand liegt, gefallen mir. Insgesamt wirkt das Kunststoffgehäuse haptisch dann aber doch etwas billig auf mich und weitaus weniger wertig als seine beiden großen Brüder shine und vision. Auch dass das Display nicht – wie mittlerweile fast üblich – eben mit dem Gehäuserand abschließt, sondern darin eingelassen ist, finde ich etwas schade. Die Verarbeitung selbst ist jedoch sehr gut. Nichts wackelt oder knackt. Auch dass der USB-Anschluss hinter einer Klappe versteckt ist, gefällt mir.

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Inbetriebname

Als ich das Geräte einschalte, erwartet mich eine kleine Überraschung: der tolino page läuft mit der neusten Firmware 1.8.0! Ich bin entzückt, denn so hat er u.a. die neu überarbeitete Bibliotheksansicht, die „als gelesen markieren“-Funktion und die Möglichkeit zum einfachen Aufspielen eigener Schriftarten. (Mehr zum neuen Firmware-Update erfahrt Ihr >>hier<<.)

Gleichzeitig stutze ich aber auch kurz. Da bei seiner Einführung explizit mit einer übersichtlichen Menüführung udn einer einfachen Handhabung geworben wurde, ging ich eigentlich davon aus, dass der tolino page dafür mit einer eigenen Firmware ausgestattet wurde.

tolino page_gerÑteansicht_05Wie alle tolino-Modelle läuft auch der page dank des offenen Systems, ohne dass man sich in einem Shop anmelden muss. Da es sich um Leihgerät handelt, möchte ich mich auch nicht mit einer Adobe-ID darauf anmelden. Daher entscheide ich mich für ein eBook ohne DRM-Kopierschutz, dass ich via USB auf das Gerät lade.
Für digitale Leseanfänger, die ja die eigentliche Zielgruppe des eReaders sein sollen, dürfte genau das wohl die größte Hürde darstellen. Wer wenig Erfahrung mit eReadern hat, wird vermutlich zunächst über den vorinstallierten Shop seine eBooks beziehen. Diese sind jedoch üblicherweise kopiergeschützt, so dass sich der digitale Leseanfänger erst einmal mit dem Anlegen einer Adobe-ID herumärgern muss. Glücklicherweise weist der tolino page jedoch nicht nur auf diese Notwendigkeit hin, sondern liefert auch gleich den passenden Link mit. Trotzdem halte ich diesen Punkt bei Leuten, die weniger Technikerfahrung haben, für kritisch.

Lesen mit tolino page

Den mit meinem eBook bespielten tolino page stecke ich am nächsten Morgen in meine Handtasche. Er wird mir für diesen Tag den vision 3 HD ersetzen und mich auf dem Weg ins Büro begleiten.

Das erste, das mir während des Lesens auffällt, ist, wie schnell der page umblättert, wenn man das Touchdisplay, das übrigens angenehm blendfrei ist, berührt. Hier scheint er mir dem vision tatsächlich etwas voraus zu haben. Die mit 600 x 800 Pixeln deutlich geringerer Displayauflösung bemerke ich kaum. Auch dass er kein „tap2flip“, also das Umblättern durch Antippen der Gehäuserückseite, besitzt, stört mich persönlich überhaupt nicht. Das ist eine Funktion, die ich beim vision kaum benutze, weil mir das Gerät zu groß ist, um es über längere Zeit bequem in nur einer Hand halten zu können.

Was ich dafür jedoch schon schnell schmerzlich vermisse, ist die fehlende Displaybeleuchtung. Es dauert nicht lange, bis wir durch den ersten Tunnel fahren und ich das Lesen mangels ausreichenden Lichts unterbrechen muss. Wer bisher nur auf Papier las, wird damit wohl kaum Probleme haben, weil man es schlicht nicht anders kennt. Ich aber bin nun schon seit so vielen Jahren von verschiedenen eReadern mit integrierter Beleuchtung verwöhnt, dass es für mich schon einen herben Abstrich bedeutet, mit dem ich auf Dauer wohl nicht glücklich würde.

page und vision

rechts: tolino page, links: tolino vision 3HD (mit beleuchtetem Display)

Langsam wird mir nun auch ein kleinerer Nachteil des abgedeckten USB-Anschlusses klar: an besonders spannenden Stellen ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich gedankenverloren leicht nervös an der Abdeckung spiele. Allzu lange würde sie bei mir daher wohl nicht halten.

Für in die Badewanne habe ich dann aber abends doch wieder den vision 3 HD benutzt. Da der page nicht wasserdicht ist, war mir das Risiko zu groß.

Fazit

Der tolino page ist ein solide verarbeiteter eReader mit einem guten Display und einer modernen Firmware. Abstriche muss man vor allem bei den technischen Extras machen. So besitzt der tolino page weder eine Displaybeleuchtung noch tap2flip. Außerdem ist er nicht wasserdicht. Dafür ist er mit gerade einmal 69,-€ aber auch recht günstig.

Ich persönlich verstehe das Konzept eines eReaders für Gelegenheitsleser aber trotzdem nicht so ganz. Für nur ein paar Euro mehr bekommt man bereits ein günstiges Tablet. Mit einer guten Leseapp kann man das prima als eReader verwenden. Zwar mag das Display nicht ausschließlich für das Lesen ausgerichtet und nicht spiegelfrei sein. Dafür sind die Anwendungsbereiche aber wesentlich größer.

Alle technischen Daten auf einen Blick:

Display

15,24 Zentimeter (6 Zoll), E Ink® Carta Display 800 × 600 Pixel mit 16 Graustufen

Abmessung

175×116×9,7 mm

Gewicht

170 g

Touchscreen

Infrarot

Akku

Lithium-Polymer Akku, 1000 mAh

Akkulaufzeit

mehrere Wochen

Prozessor / RAM

1.000 MHz Freescale i.MX6/ 512 MB

Speicher (intern)

4 GB (davon über 2 GB verfügbar für Ihre Inhalte, entspricht ca. 2.000 eBooks)

Cloud-Speicher (tolino Cloud)

25 GB zusätzlicher Online-Speicher für Ihre eBooks in der tolino Cloud (D-A-CH)

Kompatibilität

ePub, PDF, TXT; Adobe DRM-fähig, kompatibel mit den eBooks der öffentlichen Leihbibliotheken

Konnektivität / Anschlüsse

WLAN (802.11 b/g/n), integrierter gratis HotSpot-Zugang
zu den HotSpots der Deutschen Telekom AG deutschlandweit (nach Anmeldung bei Ihrem tolino Buchhändler), Micro-USB-Anschluss

Extras

Wörterbuch, Übersetzungsfunktion, Schnellblättern-Funktion, tolino Bibliothek-Verknüpfung und einfache Geräte-Verwaltung, Bildschirmsperre, Lese-Synchronisation via tolino Cloud, Installation eigener Schriften möglich, kostenlose Software- Updates

Garantie

12 Monate Herstellergarantie

Lieferumfang

tolino page eReader, Kabel (USB Typ A auf Micro B), Quick-Start- Guide (Kurzanleitung), Benutzerhandbuch als eBook auf dem eReader vorinstalliert, Zubehör separat erhältlich


Was würdet Ihr Euren Bekannten raten, wenn diese ein Gerät suchen, auf dem sie gelegentlich ebooks lesen können – Einsteigerreader oder doch lieber Tablet?

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Test! Ich überlege mir ja aktuell, einen Tolino für die Onleihe zuzulegen und da wäre ein Basisgerät vielleicht nicht verkehrt, allerdings kann ich mir ein e-Lesen ohne Beleuchtung auch nicht mehr vorstellen. Dann also doch der Shine? Wenn schon?

    Liebe Grüße,
    Hadassa

    • Kerstin Scheuer sagt

      Also ich war mit dem Shine sehr zufrieden und hätte ihn wohl noch immer in Gebrauch, wenn ich ihn nicht irgendwann im Zug liegen gelassen hätte.

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