125Interview, Lieblingsschreibplatz
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Lieblingsschreibplatz #2: Lauretta Be

Der heutige Lieblingsschreibplatz ist wieder einmal eine Herzensangelegenheit von mir, auf die ich mich ganz besonders freue. Er stammt von einer meiner Lieblingsbloggerinnen.

Ich mag Laurettas Texte, die sie auf ihrem Blog „Mehr als nur Geschichten“ veröffentlicht. Vor allem die „Hello Friend“-Kolumne, die sie im Wechsel mit Annie von „Das Leben ist ein Wunschkonzert“ schreibt, und ihre „Federleicht“-Texte besprechen mich immer sehr an.

Kennengelernt habe ich Lauretta während eines Bookups beim Börsenverein. Seitdem halten wir vor allem über Twitter Kontakt, wo Ihr Lauretta >>hier<< findet.

Nun hat sie Euch und mir endlich verraten, wo und wie ihre schönen Texte entstehen:

Wo schreibst du am liebsten und warum?

Zum Schreiben sitze ich meistens an meinem Schreibtisch, an dem sich auch mein PC befinden. In einer gewohnten Umgebung kann ich am besten arbeiten. Alles, was ich brauchen könnte, ist griffbereit – inklusive neuer Lektüre für eine Pause, Süßigkeiten und das ein oder andere Getränk. Als Ergänzung für den Garten oder unterwegs bietet sich das Tablet an, auf dem ich kurze Stichworte oder Szenen festhalten oder auch mal gemütlich in der Sonne ein paar Seiten tippen kann.

Schreibplatz Lauretta

Lauretta schreibt am liebsten an ihrem Schreibtisch.

Hast du eine feste Schreibroutine?

Grundsätzlich schreibe ich, sobald mir irgendetwas einfällt. Da sich die besten Einfälle immer dann in meine Gedanken einschleichen, wenn man gerade im Zug oder auf einem Konzert bin, reicht die Zeit nur für eine kurze Notiz und zu einem anderen Zeitpunkt kann das Aufgeschriebene dann ausführlich festgehalten werden.

Seit einiger Zeit haben Henrik von zuendegelesen.de und ich allerdings den #Schreibtag auf Twitter eingeführt. Jeden Sonntag arbeiten wir uns gemeinsam mit unseren Manuskripten, sprechen über neue Ideen und erweitern sie. Darüberhinaus beschäftige ich mich ein bisschen mit der Theorie des Schreibens und lese Interviews von anderen Autoren. Das hilft mir sehr, um über Schreibblockaden hinwegzukommen oder neue Arbeitsweisen kennenzulernen.
Um einen Schreibtag jedoch richtig beginnen zu können, suche ich mir Musik für die Playlist. Ohne Musik kann ich nicht schreiben.

Wie entstehen deine ersten Entwürfe und warum genau so?

Wie ich schon in der ersten Frage angedeutet habe, besteht ein Text von mir immer zuerst als kurze oder auch mal längere Notiz. Hiefür nutze ich diverse Notiz-Apps, mein Notizbuch, das ich Carax Pergama getauft habe, und die Story Planer-App. Dort finden sich alle möglichen Szenen, Figurenkonstellationen und Beschreibungen, die nach und nach zusammengefügt werden müssen. Später ordne ich diese ganzen Notizen als Dateien in verschiedenen Ordnern am PC, sodass ich sie wiederfinden kann.

Manuskript Lauretta

Textideen, Figurenkonstellationen u.ä. hält Lauretta zunächst auf dem Tablet oder im Notizbuch fest.

 

Was inspiriert dich? Woher bekommst du Ideen für neue Geschichten?

Mich inspirieren ganz viele einfache Dinge: Ein Song, eine Situation, die ich auf der Straße beobachte, Bücher, die ich zuvor gelesen habe, ein Erlebnis, das ich mit meiner besten Freundin geteilt habe, eine Erinnerung – meinstens das ganz normale Leben. Um all diese Ideen festzuhalten, höre ich Musik und lasse meine Gedanken schweifen. Das führt zu einer gewissen Eigendynamik und die neue Worte finden sich auf dem Papier vor mir wieder.

Was ist deine Hauptmotivation beim Schreiben? Schreibst du in erster Linie für dich selbst oder möchtest du eine bestimmte Botschaft vermitteln, auf ein Thema aufmerksam machen oder schlicht unterhalten?

Das ist eine schwierige Frage, es ist wohl ein bisschen was von allem dabei. Schreiben ist im Laufe der Jahre meine Ausdrucksform geworden, die ich immer weiterentwickeln konnte. Es macht mir Spaß mich in bestimmte Situationen hineinzuversetzen und Figuren entstehen zu lassen, die in einer neuen Welt miteinander interagieren müssen. Dabei stelle ich mir Fragen, die für einen potenziellen Leser teilweise gar nicht so offensichtlich werden, und versuche diese im Laufe des Textes zu beantworten. Es ist mir wichtig, dass Momente oder Charakere, die in meinen Texten geschafften werden, nicht nur oberflächlich bleiben, sondern eine bestimmte Haltung rüberbringen. Sie sollen ihre Leser mitnehmen und sich zusammen mit ihnen entwickeln. In der Kategorie Federleicht auf meinem Blog kann ich mich dieser Herausforderung jedes Mal von neuem stellen.

Ich denke, mit jedem halbwegs durchdachten Text wird eine Botschaft vermittelt, denn irgendetwas dringt immer zu einem Leser durch. Im besten Fall wird er dabei von dem Beschriebenen berührt oder zum Nachdenken angeregt; vielleicht hat er etwas Ähnliches schon mal erlebt und erinnert sich.

(Lauretta hat meine Fragen am 14.06. beantwortet.)

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2 Kommentare

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  2. Hallo Kerstin!

    Ich freue mich sehr, dass du Lauretta so tolle Fragen gestellt hast. 🙂
    Da ich mit Lauretta schon länger zusammen schreibe, sind mir die Antworten dazu ja schon sehr geläufig. Aber trotzdem gibt es ein paar Kleinigkeiten, die ich so noch nicht wusste!

    Ich finde das Format des „Lieblingsschreibplatzes“ super, das werde ich weiter verfolgen!

    Liebe Grüße
    Henrik

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