E-Reading
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Mein erstes eBook #1stebook – An was ich mich erinnere!

Das erste Mal vergisst man ja angeblich nicht. Das erste Fahrrad, der erste Kuss, die erste Liebe, der erste Sex, das erste eigene Auto, die erste eigene Wohnung, die erste Zigarette… weiß ich noch alles sehr genau. (Geschehen übrigens in genau dieser Reihenfolge, aber das ist ein anderes Thema.) Aber das erste eBook? Die Rekonstruktion hat mich dann überraschender Weise doch eine etwas längere Recherche gekostet.

Wesentlich einfacher als die Frage nach dem „Was“ fällt mir die Beantwortung des „Wie“ bzw. „Worauf“. Obwohl ich von der Idee des Kindle schon lange, bevor dieser auf dem deutschen Markt erhältlich war, begeistert war, machte ich meine ersten digitalen Lese­erfahrungen erst wesentlich später und auf dem IPad.

Es waren zunächst keine klassischen eBooks im engeren Sinne, die ich gelesen habe, sondern das ePaper unserer regionalen Tageszeitung. Gerade für mich als Bahnpendlerin wurde die morgendlich Zeitungslektüre im Zug hierdurch um einiges entspannter. Das wahnsinnig unhandliche Papierformat musste ich bis dahin nämlich immer erst umständlich mehrmals Falten, bevor ich einen Artikel lesen konnte, um nicht auch noch die Sitznachbarn links und rechts mit meiner Zeitung zu belästigen.

Der multimediale Fortsetzungsroman „Apokalypsis“ als IPad-App

Die nächste „Zwischenstation“ auf dem Weg zum eigentlichen eBook war dann 2011 die „Apokalypsis“-App von Bastei-Lübbe. Dabei handelte es sich um eine Art digitalen Fortsetzungsroman im damals sehr beliebten „Illuminati“-Stil. Das Besondere an der App war, dass in ihr die Geschichte multimedial aufgearbeitet wurde. „Apokalypsis“ war kein reines Textformat, sondern beinhaltete auch Audio- und Videosequenzen sowie interaktive Elemente, in denen man beispielsweise geheime Botschaften auf versteckten Zetteln suchen musste. Ich erinnere mich noch gut, dass einmal bei einer sehr spannenden Anschlagsszene plötzlich Blut quer über den Bildschirm lief und mich beim Lesen fast zu Tode erschreckte. Ach, ich habe es geliebt! Es war ein vollkommen neues Leseerlebnis, das wesentlich authentischer wirkte als Papierbücher. Schon nach der ersten kostenlosen Startfolge wurde ich Abonnentin der wöchentlich erscheinenden Serie.

Mit dem IPad fing meine Begeisterung fürs digitale Lesen an.

Mit dem IPad fing meine Begeisterung fürs digitale Lesen an. (Natürlich war das damals noch ein älteres Modell als das abgebildete.)

Autor der Reihe war übrigens der damals nur als Drehbuchautor bekannte Mario Giordano, der gerade mit der „Tante Poldi“-Krimiserie in den Bestsellerlisten vertreten ist. Bereits während des Schreibens arbeitete er eng mit den App-Entwicklern zusammen. Bastei-Lübbe hat sich das Ganze damals eine ordentliche Stange Geld kosten lassen. So ganz ging die Rechnung dann wohl aber doch nicht auf, denn nach „Apokalypsis 1-3“ war zu meinem großen Bedauern Schluss mit den multimedialen Fortsetzungsromanen. Zwar gibt es „Apokalysis“ als klassisches eBook, Taschenbuch und Hörbuch noch immer zu kaufen, die App jedoch ist leider nicht mehr erhältlich.
Überlebt haben die interaktiven Geschichten (als App) hauptsächlich im Kinderbuchbereich oder als „Enhanced eBooks“. Auch der digitale Fortsetzungsroman erlebt bei Bastei-Lübbe gerade eine Art Renaissance. Derzeit sind dort 10 eBook-Serien aus den unterschiedlichsten Genres der Unterhaltungsliteratur im Programm.

Mit den ersten eBooks kam auch der erste eReader

Wenig später habe ich mir dann auch das erste klassische eBook gekauft. Meine Erfahrungen damit dem ePaper hatten mir gezeigt, wie komfortabel das digitale Lesen unterwegs tatsächlich ist, und dank der „Apokalypsis“-App hatte ich eine erste Ahnung davon, wie spannend die Entwicklungen im Bereich des digitalen Lesens tatsächlich sind. Einen weiteren großen Vorteil sah ich darin, dass man nicht sehen konnte, was ich gerade las. So wanderte zu Beginn vor allem „Schundliteratur“ auf dem IPad. Der genaue Titel meines allerersten eBooks im engeren Sinne ließ sich leider nicht mehr rekonstruieren, aber es könnte „Bis(s) zum Abendrot. Twilight 3“gewesen sein.

Schnell wurde das eBook aber auch für andere weniger peinliche Titel, die ich eigentlich nicht unbedingt hätte verstecken müssen, zum bevorzugten Format. Dabei fielen mir schnell die Nachteile des Lesens am Tablet auf. Vor allem das starke Spiegeln des Displays störte mich mit der Zeit doch sehr. Nach einigen wenig erfolgreichen Experimenten mit Displayfolien stand relativ schnell fest, dass ein eReader her musste.

Mein erster eReader war der Kindle Paperwhite 1, den ich bis jetzt am längsten benutzte. Nach etwa 2 bis 3 Jahren jedoch wollte ich weg vom geschlossenen Amazon-System, um beispielsweise auch die Onleihe nutzen können. Außerdem nervte mich die Penetranz mit der Amazon Werbemaßes versandte und mich mit kostenlosen, aber schlecht geschriebenen Titeln köderte. Ich bin sehr anfällig für so etwas und so stieg der Zahl meiner literarischen Enttäuschungen.

Kurze Zeit habe ich dann auf dem Pocketbook Touch Lux 2 gelesen. Zum Kauf hatte ich mich damals hauptsächlich die persönliche Betreuung im örtlichen unabhängigen Buchhandel bewogen. Leider war ich mit dem Gerät sogar nicht zufrieden. Für meinen Geschmack reagierte die Displaysteuerung einfach wahnsinnig schlecht. Auch das laute Klicken der Blättertasten, die ich an sich schon reichlich vorsintflutlich fand, störte mich. Beim Nachschlagen im Wörterbuch hängte sich das Pocketbook zudem öfter auf. Nachdem auch mehrere Software-Updates keine Verbesserungen brachten, landet ich so bei Tolino, mit deren Geräten ich wirklich höchst zufrieden bin.

Mittlerweile habe ich eine kleine eReadersammlung: Pocketbook Touch Lux 2, Tolino Vision 2, Tolino Vision 3 HD (von links nach rechts)

Mittlerweile habe ich eine kleine eReadersammlung: Pocketbook Touch Lux 2, Tolino Vision 2, Tolino Vision 3 HD (von links nach rechts)

Aktuelle lese ich auf dem neuen Tolino Vision 3 HD, den ich gewonnen habe. Den Pocketbook Touch Lux 2 und den Tolino Vision 2 habe ich aber auch noch immer zu Hause. Der Pocketbook wird nicht mehr genutzt und ist eigentlich nur noch da, weil ein Verkauf fast nichts mehr einbringen würde. Auf dem Tolino Vision 2 teste ich aktuell die Tipps und Tricks, die ich Euch dann in meiner „Tolino und Du“-Reihe↑ vorstelle.

Könnt Ihr Euch noch an Euer erstes eBook erinnern? Wie seid Ihr zum digitalen Lesen gekommen? Und was war Euer erste eReader?

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade zum e-Book-Festival 2016 teil, das am 25. und 26. Juni in Berlin stattfinden wird. Noch bis zum 15.06. könnt Ihr Euch mit einem eigenen Beitrag beteiligen und dabei sogar etwas gewinnen. Alle weiteren Einzelheiten findet Ihr im Blog zum e-Book-Festival.↑ 

2 Kommentare

  1. Hallo Kerstin,
    mein aller aller erste e-book war „Die Rache“ von John Katzenbach. Das war zwar schon damals nicht mehr ganz neu, aber ich war gerade in meiner Katzenbach Phase. Gelesen habe ich das auf einem Sony Reader in Pink, noch recht klein für heutige Verhältnisse.

    Viele liebe Grüße,
    Rena von analogzweinull.de

    • Kerstin Scheuer sagt

      Respekt, dass Du Dich noch so genau daran erinnern kannst. Das muss ja einen ganz schönen Eindruck bei Dir hinterlassen haben. Aber so einen pinkfarbenen eReader hat ja auch nicht jeder.

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