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Abgebrochen #3: (Hörbuch) „Tagebuch der Apokalypse“ von J. L. Bourne

Tagebuch der Apokalypse_Beitragsfoto

J. L. Bourne wurde in Arkansas geboren und arbeitet hauptberuflich als Marineoffizier. In seiner Freizeit betätigt er sich schriftstellerisch. Seine erste Veröffentlichung, die Trilogie „Tagebuch der Apokalypse“, wurde in den USA bereits zum Kult. So ganz nachvollziehen kann diesen Status aber nicht…

Worum geht es?

61di7YT7neL._SL150_Die Seuche beginnt lange unbeobachtet in China als eine Art „Grippevirus“. Bald schon werden auch in den USA erste Krankheitsfälle gemeldet. Doch das ganze Ausmaß der Katastrophe wird lange Zeit von der Regierung verschwiegen: die Toten kehren aus ihren Gräbern zurück.
Als Soldat erfährt der unbekannte Tagebuchschreiber als einer der Ersten von der unmittelbar bevorstehenden Zombie-Apokalypse. Anstatt zu seiner Einheit zurückzukehren und die Welt vor den Untoten zu retten, verbarrikadiert er sich in seinem Haus. Der Plan, die großen Städte mit Atomwaffen zu bombardieren, zwingt ihn gemeinsam mit einem Nachbarn schließlich dazu, das sichere Zuhause zu verlassen.

Warum habe ich es abgebrochen?

Okay, ich gebe zu, dass „Tagebuch der Apokalypse“ von Anfang an eher schlechte Karten bei mir hatte. Mit Romanen in Tagebuchform tue ich mir grundsätzlich etwas schwer. Aber in diesem Fall war die literarische Form nicht einmal ausschlaggebend. Hier gefiel es mir sogar, weil es die Geschichte authentischer machte.

Vielmehr als das „Wie“ war es das „Was“, das mich an „Tagebuch der Apokalypse“ – nein, nicht direkt „störte“ -, aber eben doch nicht überzeugte.

Denn die Geschichte ist einfach nichts besonderes und vollkommen austauschbar. J. L. Bourne bedient mit „Tagebuch der Apokalypse“ ein derzeit sehr beliebtes Genre mit festen Regeln, die er auch brav alle beachtet. Das Ergebnis ist zwar eine solide Zombie-Horror-Geschichte; dem Hörbuch fehlt es jedoch ein jeder Originalität. So konnte mich das Hörbuch trotz eines an sich guten Aufbaus und einer gefälligen Erzählweise nicht richtig fesseln. Alles klang, als hätte ich es bereits irgendwann einmal woanders gelesen, gehört oder gesehen.

Auch die Charaktere sind sehr stereotypisch gehalten: kernige, harte Männer mit jeder Menge Kampferfahrung, Waffenkenntnissen, technischem Verständnis und –  oh, Wunder- sogar einer Flugausbildung. Schwächen, Selbstzweifel und innere Konflikte und Krisen sind genauso wenig zu finden wie Frauen.

Nachdem ich zwei Wochen nicht weiterhörte, musste ich mir eingestehen, dass ich dem Hörbuch sehr gleichgültig gegenüberstand. Nicht einmal der Umstand, dass es von David Nathan, meinem Lieblingshörbuchsprecher, eingelesen wurde, konnte daran etwas ändern.

Insgesamt  ist „Tagebuch der Apokalypse“ zwar hörbar, aber eben nichts Besonderes. Um eine Hörbuchflaute zu vermeiden, habe ich es schließlich abgebrochen. Ich bin mir sicher, nicht viel verpasst zu haben.

Zur Hörprobe

Titel: Tagebuch der Apokalypse ♦ Autor: J. L. Bourne ♦ Übersetzung: Ronald M. Hahn ♦ Sprecher: David Nathan ♦Format: Hörbuchdownload ♦ Anbieter: Audible ♦ Spieldauer: 7:36 h ♦ Preis: 29,95€

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