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Mein Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2015

Nach aufregenden, lustigen, informativen und anstrengenden 3,5 Tagen auf der Frankfurter Buchmesse melde ich mich heute hier in meinem kleinen digitalen Fleckchen zurück.

Ich habe eine Menge gesehen, meine Wunschliste zum Explodieren gebracht und mit vielen tollen, netten Leuten gesprochen, die ich sonst nur aus dem Netz kenne. Auch die lieben Bloggerbetreuer der Verlage sowie den ein oder anderen Autor bzw. Autorin und Übersetzerinnen und Übersetzer „in echt“ zu treffen, war toll.
Ich bin noch immer etwas überfordert mit den vielen Eindrücken, die in den letzten Tagen auf mich einstürmten. An dieser Stelle werde ich Euch daher nur einen kurzen Überblick über meine Tage auf der Frankfurter Buchmesse geben. Meine persönlichen Highlights werde ich später in eigenen Beiträgen noch einmal genauer besprechen.

Mittwoch

Den ersten Tag der Buchmesse habe ich dazu genutzt, um mir einen Überblick über die Hallen, die Stände und das Angebot zu verschaffen. Den Vormittag über habe ich mich einfach treiben lassen und bei den Verlagen ausführlich gestöbert, was nicht ohne Folgen für die Wunschliste blieb. Außerdem habe ich ein sehr interessantes Gespräch mit dem Übersetzer der Lindgren-Biografie besucht.

Am Nachmittag habe ich meinen Blog eigeninitiativ bei einigen Verlagen vorgestellt und dort meine Visitenkarte mit der Bitte, mich in die entsprechenden Verteiler aufzunehmen, hinterlassen. Bei den Verlagen, mit denen ich bereits per Mail in Kontakt stand, habe ich nach dem jeweiligen Ansprechpartner bzw. -partnerin gefragt, um mich kurz persönlich vorzustellen.

Donnerstag

Am Donnerstag hatte ich meine ersten Termine. Los ging es mit dem StoryDrive mit Ken Follett vom Business Club, für das ich in einer Twitter-Verlosung ein Ticket bekam. Zusammen mit Marco Schneider von Bastei-Lübbe und Carsten Fichtenmann von Daerdalic Entertainment stellte Ken Follett ein Computerspiel zu seinem ersten historischen Roman „Die Säulen der Erde“ vor. Für mich ein absolutes Messehighlight und ein echter Fangirl-Moment, über den es bestimmt noch einen eigenen Beitrag geben wird.

Ken FollettDanach habe ich mich auf einen Kaffee mit Leona Engelen vom Ebook.de-Blog getroffen, zu deren Redaktionsteam ich seit kurzem gehöre. Wir haben eine sehr schöne Bloggeraktion für den Dezember geplant, auf die ich mich schon sehr freue. Nähere Infos folgen in Kürze. Die Buchblogger unter Euch dürfen gespannt sein.

Das Twittertreffen im Orbanism Space habe ich dadurch leider zum Teil verpasst. Aber für die Lesungen von Zoe Beck und Isabel Bogdan reichte es noch. Vor allem letztere beeindruckte mich sehr, denn noch seltener als die Autorinnen und Autoren trifft man auf die Übersetzerinnen und Übersetzer eines Buchs.

Isabel Bogdan

Danach ging es für mich zum Verlag duotincta, wo ich mich lange und sehr ausführlich mit den beiden Mitbegründern über die ersten drei verlegten Bücher unterhielt.

Zum Abschluss des Tages war ich dann noch bei einer Lesung von Anke Stelling, die ein längeres Stück aus ihrem Roman „Bodentiefe Fenster“, der auf meiner persönlichen Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2015 steht, las. Mir gefiel der leicht (selbst-)ironische Unterton des Romans sehr gut. Die Lesung bestärkte mich noch einmal in meinem Wunsch, das Buch zu lesen. Besonders amüsierte es mich aber, als Stelling erzählte, man habe sie bei S. Fischer wegen zu schlechter Verkaufszahlen rausgeschmissen. Ihr erster im Verbrecher Verlag erschienener Roman landete nun prompt auf der Longlist und war tagelang in der Printausgabe vergriffen.

Anke Stelling

Freitag

Der Freitag startete mit dem Blog`n`Talk bei Random House, zu dem neben jeder Menge Blogger auch zahlreiche Autorinnen und Autoren eingeladen waren. Als Interviewpartner hatte man mir Fantasy-Autor Bernhard Hennen zugeteilt, mit dem ich vor allem über dessen Lieblingsreiseland China und seine chinesischen Verwandten sprach. Danach habe ich mich noch sehr nett mit Tom und Stefan Orgel unterhalten, die ich ein bisschen über ihre Schreibroutine ausgequetscht habe. Das war so interessant, dass ich mich fast dazu zwingen musste, um auch den anderen Bloggerinnen die Chance zu geben, ein paar Worte mit den beiden zu wechseln. Die beiden sind wirklich supernett. Vielleicht ermöglicht mir der Heyne Verlag ja ein Interview mit den beiden zu führen, wenn ich „Die Bausteinkriege. Das Erbe der Berun“ gelesen habe. Ein paar Fragen hätte ich nämlich noch im Petto.

Stefan und Tom Orgel

Die Mittagspause habe ich dann relativ spontan mit ein paar netten Twitter-Mädels verbracht. Hier war dann endlich einmal Zeit, um etwas länger zu schnacken und gemeinsame Aktionen anzusprechen.

Anschließend war ich auf dem Bloggertreffen von Papiergeflüster. Dort war es extrem voll, und ich habe vor lauter Menschen kaum jemanden erkannt. Aber ein paar alte und neue Bekannte konnte ich dann doch entdecken. Mehr als ein paar Worte zu wechseln, war zwar nicht drin, dennoch war es schön, die Gesichter hinter den Accounts und Blogs auch einmal (wieder) zu sehen.

Direkt im Anschluss fand schließlich noch das Bloggertreffen von Suhrkamp, S. Fischer und Hanser statt, über das anschließend auch im Blog der FAZ berichtet wurde. Ich fand es sehr interessant, die Sicht der Verlage und Autoren auf uns Blogger zu erfahren. Gleichzeitig fand ich jedoch die Wortmeldungen einer Bloggerin – tatsächlich war es immer die selbe, die mitdiskutierte – mehr als fraglich. Dass Andrea Diener in ihrem oben verlinkten Beitrag diese Einzelmeinung verallgemeinert, ärgert mich sehr. Ich fühle mich darin jedenfalls falsch wiedergegeben.

hasufi

Anschließend konnte ich einen ersten Blick auf die neuen Tolino-Modelle werfen. Vor allem der neue Shine 2 HD hat eine starke optische Veränderung erfahren. Er ist kleiner und schlanker geworden und hat nun die gleichen Maße wie der Vision 3 HD. Auch das Bronzebraun wurde durch Schwarz ersetzt. Ein schneller Chip und ein Infrarot-Touchdisplay sorgen für einen schnellen Seitenaufbau und ein schnelles Umblättern. Der neue Vision hingegen ist optisch unverändert geblieben und bekam ebenfalls einen schneller Prozessor.
In etwa zwei bis drei Wochen werde ich Testmodelle bekommen. Danach wird es einen ausführlichen Testbericht geben.

neue Tolino

Samstag

Den Messesamstag wollte ich eigentlich gar nicht mehr wahrnehmen, weil es an den Publikumstagen immer sehr voll ist. Aber dann bekam ich eine Einladung zum Bloggerfrühstück vom Aufbau Verlag, einem meiner Lieblingsverlage, und habe meine ursprüngliche Planung geändert. Durch eine Bahnverspätung kam ich leider nicht pünktlich an und verpasste die ersten 15 Minuten. Als ich an den Stand kam, war das Gedränge schon enorm. Nur durch sehr unhöfliches Vordrängeln gelang es mir noch, bis zur Theke durchzukommen, um mich wenigstens anzumelden und mein Namensschild abzuholen. Auch die Ausgabe der Goodiebags verlief eher chaotisch, weil jeder der/die Erste sein wollte. Mein Geschmack war das nicht. Bov Bjerg, der eigentlich anwesend sein sollte, konnte ich leider nicht entdecken und auch der Icarus Illumia, der vorgestellt werden sollte, habe ich nicht gesehen. Dafür war aber der kurze Austausch mit meiner Ansprechpartnerin im Aufbau Verlag sehr nett. Im kommenden Jahr werde ich diesen Termin, sollte er wieder auf einem der Publikumstage liegen, ausfallen lassen und stattdessen einen eigenen Termin vereinbaren.

Noch mehr erschütterte mich aber das Lesertreffen von Vorablesen, das ich danach besuchte. Auch hier war die Resonanz so groß, dass nicht alle in den Konferenzraum passten. Ich hatte aber Glück und bekam noch einen der letzten Stehplätze ganz hinten. Nach einer netten Lesung von Corinna Bomann und einem kurzen Gespräch mit Fragen aus dem Publikum wurden auch hier Goodie-Taschen verteilt. Auch hier gab es unter den Besuchern kein Halten mehr und es wurde gedrängelt, als würde es um die Verteilung von Notrationen in einem dritte Weltland gehen. Mir war das viel zu doof und ich ließ erst einmal anderen den Vortritt. Bis ich denn schließlich zur Ausgabestelle kam, waren die Taschen alle verteilt. Ich nahm es sportlich und dachte „Pech gehabt“. Die Dame vor mir jedoch war richtig enttäuscht. Kurz überlegte ich, ob ich ihr meine Goodiebag vom Aufbau Verlag geben sollte. Als ihr die Mitarbeiterin von Ullstein jedoch sagte, dass im Anschluss ein Lesertreffen von Forever Ullstein sein, zudem es wieder Goodiebags gäbe, wurde die Damen richtig wütend und meinte, es sei eine Frechheit, dass sie nun noch einmal eine ganze Stunde warten solle. Offensichtlich waren ihr die Lesungen vollkommen egal. Kopfschüttelnd über soviel Ignoranz und Dreistigkeit verließ ich den Konferenzsaal und war froh, dass ich die Frankfurter Buchmesse verlassen konnte.

4 Kommentare

  1. Hey 🙂

    Ich habe den Samstag persönlich auch als den anstrengendsten Tag auf der Messe erlebt … So viele Leute mit so wenig Manieren – was wirft das eigentlich für ein Licht auf das Publikum? Beim Lovelybooks-Treffen fühlte ich mich auf jeden Fall fast wie auf dem Weg in die Hölle. Es war reiner Zufall, dass ich relativ rasch eine Tasche bekam – und dann bin ich geflüchtet, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.

    In der S-Bahn habe ich dann auch noch so eine Gruppe Abstauber gesehen, die stolz erzählt haben, was sie wo mitgenommen haben. Die kleinen Tüten waren ordentlich in mehrere große Tüten gepackt, der etwa 13jährige Junge hatte ein Trolley mit – wie er sagte – lauter Rezi-Exemplaren drin. Möchte mal wissen, wann er Zeit haben wird, den Inhalt dieser Tasche überhaupt zu lesen …

    Ich finde es wirklich immer wieder erstaunlich, dass die Leute sich für dieses Verhalten nicht schämen – es ist einfach nur gruselig! „Frechheit siegt“ scheint wirklich das Lebensmotto mancher Menschen zu sein. Und offensichtlich kommen sie auch noch damit durch, denn sonst hätten sie dieses miese Benehmen ja gar nicht.

    Liebe Grüße
    Ascari

  2. „Frechheit siegt“, das ist wohl ein ganz treffender Ausdruck für dieses Verhalten. Mann, Mann.

    Aber ab den anderen Tagen scheint mir, hast du richtig tolle Erlebnisse gehabt, da bin ich ziemlich neidisch drauf 🙂

    LG,
    Hadassa

  3. Da bin ich gerade froh, dass ich mir den Samstag gespart habe. Als die Zoe Beck gesehen hast,, ging es da um “ Das Zigarettenmädchen“? Dann wären wir in der gleiche Veranstaltung gewesen, da noch unbekannterweise.
    War nett, dich am Freitag mal persönlich zu treffen.

  4. Pingback: #fbm15 – Blogeinträge zur Frankfurter Buchmesse 2015 | Gnom, unser

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