3 Herzchen, Rezension, Roman
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Rezension #96: „The Fault in our Stars“ von John Green

Dank der Leserlieblingsbuchchallenge konnte ich endlich ein Buch von der Wunschliste streichen, das schon relativ lange darauf wartete, gelesen zu werden.

Für mich war „The Fault in our Stars“ zwar ganz nett; im Nachhinein hätte ich aber nicht viel verpasst, wenn ich es nicht gelesen hätte. Ich verstehe zwar, warum andere es so sehr mögen,; ich selbst bin wohl aber einfach zu alt für das Buch.

Worum geht es?

Hazel ist 16 und hat Krebs. In einer Selbsthilfgruppe lernt sie Augustus Waters kennen, der dank einer Beinamputation den Knochenkrebs besiegte. Bald entdecken die beiden, dass sie das gleiche Lieblingsbuch haben. Leider hat es ein sehr offenes Ende; und der Autor Peter van Houten möchte keine Fortsetzung schreiben. Augustus Waters gelingt es jedoch, van Houten in Amsterdem ausfindig zu machen und organisiert ein Treffen. Während des Trips kommen sich die beiden näher, aber das Schicksal hat andere Pläne mit ihnen…

Warum habe ich es gelesen?

„The Fault in our Stars“ ist eines jener Bücher, die schon eine Ewigkeit auf meiner Wunschliste stehen; es aber nie auch nur bis auf den E-Reader geschweige denn in die Leseliste schafften. Daher war ich froh und dankbar, als es mir für die Leserlieblingsbuchchallenge vorgeschlagen wurde.

Aufmerksam wurde ich darauf durch die vielen begeisterten Rezensionen dazu. Die Idee eines Buchs mit krebskranken Jugendlichen als Protagonisten fand ich großartig, da es mehr als eine weitere dieser furchtbar abgedroschenen, klischeehaften Liebesschnulzen zu sein schien.

Wie war mein erster Eindruck?

Das Buch überraschte mich gleich auf den ersten Seiten mehrfach:
Zum einen war ich etwas erstaunt, dass John Green die Geschichte aus Hazels Perspektive erzählt. Für einen männlichen Autor ist es schon etwas ungewöhnlich, einen jugendlichen, weiblichen Ich-Erzähler zu wählen. Oftmals merkt man es diesen Figuren an Kleinigkeiten dann auch schnell an, dass ihr Schöpfer vom anderen Geschlecht stammt. In diesem Fall jedoch stimmten auch Details.
Auch den lockeren, unterhaltsamen Erzählstil hatte ich schon auf Grund des Themas so nicht erwartet. Ich war schwer beeindruckt, wie hier die Themen Tod und Sterben hier humorvoll und mit einer gewissen Leichtigkeit verpackt wurden, ohne damit respektlos oder albern zu werden.

Wie verständlich war für mich die (englische) Sprache?

Obwohl ich das Buch im englischen Original gelesen habe, war die Sprache von Anfang an kein Problem für mich. Dadurch, dass „The Fault in our Stars“ aus der Sicht der 16jährigen Hazel erzählt wird, bedient es sich einer lockeren, gut verständlichen Alltagssprache, die man mit gutem mittlerem Sprachniveau sehr gut versteht. Weinige, einzelne– meist medizinische – Worte musste ich zwar nachschlagen; sie waren für den Handlungsverlauf jedoch unerheblich. Insgesamt ließ sich das Buch für mich genauso flüssig lesen wie eines in deutscher Sprache.

Wie fand ich die Charaktere?

John Green entwickelt in „The Fault in our Stars“ schön ausgearbeitete Charaktere, die echte Individuen jenseits jeder Stereotypie sind. Gerade bei Jugendbüchern begegnete mir das bislang eher selten.

Einzig Augustus Waters war mir dann doch etwas zu viel Gutmensch. Gerade wenn man sein Alter bedenkt, fand ich sein selbstloses, aufopferndes Verhalten bisweilen doch etwas unglaubwürdig. Er ist einfach immer zur richtigen Zeit da und tut und sagt auch stets das Richtige. Selbst in den dramatischen Situationen, in denen die meisten von uns wohl eher hilflos danebenstehen würden (beispielsweise als ein gemeinsamer Freund, nachdem er sein Augenlicht verloren hat, von seiner Freundin verlassen wird), findet er einen Weg, um Trost zu spenden und Halt zu geben. Mir war dieser Junge dann leider doch etwas zu perfekt, um wahr sein.

Die anderen Figuren fand ich jedoch gelungen, sogar (oder „vor allem“?) auch den ersonnenen, wahnsinnig unsympathischen Autor Peter van Houten.

Wie fand ich das Ende?

Das Ende war ganz nach meinem Geschmack, denn es wird kein unrealistisches Happy End erzwungen. Mehr verrate ich dazu hier natürlich nicht; nur so viel: ich habe geheult wie ein Schlusshund. Natürlich war auch eine Portion bittersüßen Hollywood-Zaubers dabei; in diesem Fall störte mich das aber nur wenig, denn es war wohldosiert und kam genau an der richtigen Stelle.

Wie fand ich das Buch insgesamt?

Insgesamt gefiel mir „The Fault in our Stars“ ganz gut, auch wenn ich im Nachhinein denke, dass ich nichts verpasst hätte, wenn ich es nicht gelesen hätte.

Die Handlung fand ich nicht immer sehr realistisch und für meinen Geschmack manchmal zu kitschig. Aber ich verstehe, warum es überall so gelobt und von allen geliebt wird: Ich habe gelacht. Ich habe gelitten. Ich habe mich geärgert. Und ich habe geweint.
Zudem greift „The Fault in our Stars“ ein ernstes Thema auf und weißt nicht nur auf krebskranke Kinder hin, sondern thematisiert auch die großen Themen Tod und Sterben mit allem, was dazu gehört. Und das in einer Leichtigkeit und gleichzeitig Ernsthaftigkeit, dass ich nur staunen konnte.

Wahrscheinlich bin ich mit meinen 30+ einfach nicht die Zielgruppe dieses Romans. Ich glaube, meinem 10 Jahre jüngeren Ich hätte „The Fault in our Stars“ bedeutend besser gefallen. Leider schaffte es John Green jedoch nicht, diese Ich zurückzuholen, wie es biespielsweise Bov Bjerg mit „Auerhaus“ gelang.

Bewertung: ♥♥♥♥♥ lesenswert


Titel: The Faul in our Stars ♦ Autor: John Green ♦ Verlag: Dutton Books ♦ Format: eBook (ePub) ♦ Umfang: 206 Seiten (Tolino) ♦ ISBN: 978-1-101-56918-4 ♦ Preis: 4,99 €

The Fault in our Stars

The Fault in our Stars
7.54

Einstieg

8/10

    Handlungsverlauf

    7/10

      Charaktere

      6/10

        Schluss

        8/10

          Sprache

          9/10

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