3 Herzchen, Rezension, Roman
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Rezension #66: „Allee der Kosmonauten“ von Anne Krüger

„Allee der Kosmonauten“ ist ein Buch der leisen Töne, das den Moment im Leben eines jungen Erwachsenen thematisiert, in dem er sich fragt, ob das nun schon alles gewesen ist und ob man nicht eigentlich mehr aus seinem Leben machen sollte bzw. wollte. Erstaunlich vielschichtig erzählt Anne Krüger  über das Ende von Kindheits- und Jugendfreundschaften, unterschiedliche Lebensentwürfe, den Weg zu sich selbst und das manchmal sehr abrupte Ende der unbeschwerten Zeit als junger Erwachsener und gibt dabei ein nahezu vollständiges Bild des Lebensgefühls jener Zeit Ende der 20er und Anfang der 30er Lebensjahre wieder.

Anne Krüger fängt diese Momente mit all ihrer Widersprüchlichkeit aus Melancholie und Traurigkeit aber auch Leichtigkeit und Lebensfreude gekonnt ein.

Bewertung: ♥♥♥♥♥ „lesenswert“

Worum geht es?

Kurz vor ihrem 30. Geburtstag gerät Mathildas Welt ordentlich aus den Fugen. Ihre Beziehung geht in die Brüche. Beruflich steckt sie eine Sackgasse. Und auch die Freunde aus ihrer Kindheit schlagen nach und nach neue Lebenswege ein, die sie immer weiter von Mathilda weg führen. Bald wird auch Mathilda klar, dass sie sich entscheiden muss, wie sie ihr eigenes Leben gestalten möchte, denn es scheint an der Zeit zu sein, erwachsen zu werden. Nur: wie genau stellt man das an?

Warum habe ich es gelesen?

Beim Stöbern in den Neuzugängen der Onleihe bin ich auf dieses Buch gestoßen, bei dem mich vor allem der Inhalt neugierig machte. Mathilda ist in etwa so alt wie ich und auch die Fragen, denen sie sich zu stellen hat, kommen mir bekannt vor. Ich erwartete einen heiteren Roman über die erste Lebenssinnkrise bzw. quarter life-crises, die so viele von uns um den 30ten Geburtstag beschleicht.

Wie war mein erster Eindruck?

Das Buch beginnt mit einer Trennung, die Mathilda ihren bisherigen Lebensentwurf, über den sie offensichtlich nie groß nachdachte, in Frage stellen lässt. Ich konnte mich gleich sehr gut in Mathilda hinein versetzen, da ich ähnliche Situationen kenne. Auch dass das Buch in der Ich-Form erzählt wird, trägt zu einer schnellen Identifikation bei. So bekommt man direkt mit, welche Gedanken, Wünsche und Zweifel Mathilda umtreiben.

Wie fand ich die Sprache?

Anne Krüger schreibt in meinem lockeren, legeren Erzählstil mit einer feinen Prise Humor. Viel wörtliche Rede machen die Handlung lebendig. Es ist keine besonders kunstvolle Sprache, die hier zum Einsatz kommt. Vielmehr erzählt Anne Krüger Mitten aus dem Leben; genauso, als würde man sich mit einer guten Freundin unterhalten. Dabei liegt über allem einen leicht melancholische Schwermut, die sehr gut zum Grundthema von „Allee der Kosmonauten“ passt.

Wie fand ich das Buch insgesamt?

„Allee der Kosmonauten“ ist ein Buch der leisen Töne. Es erzählt nicht von den großen Momente, in denen sich ein Leben plötzlich und auf drastische Weise verändert, sondern fängt die zarten Wandel von persönlichen Beziehungen, Freundschaften und eigenen Lebensprioritäten ein, die sich im Alltag meist nahezu unbemerkt vollziehen. Anne Krüger ist eine scharfe Beobachterin dieser kurzen Augenblicke, in denen uns das untrügliche Gefühl beschleicht, das etwas langsam aber unaufhaltsam zu Ende geht, so als sei ein natürliches Haltbarkeitsdatum überschritten.

Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, der den Moment im Leben eines jungen Erwachsenen thematisiert, in dem man eine erste Bilanz zieht und sich fragt, ob das nun schon alles gewesen ist und ob man nicht eigentlich mehr aus seinem Leben machen sollte bzw. wollte. Diese zarten Gefühlsausschläge fängt Anne Krüger seismografisch und nicht ohne eine gewisse Leichtigkeit ein, was „Allee der Kosmonauten“ zu einem Stück guter Unterhaltungsliteratur macht.
Es ist ein sehr vielschichtiger Roman über das Ende von Kindheits- und Jugendfreundschaften, unterschiedliche Lebensentwürfe, den Weg zu sich selbst und das manchmal sehr abrupte Ende der unbeschwerten Zeit als junger Erwachsener. Er betrachte sowohl diejenigen, die diese Hürden zu nehmen wissen, als auch jene, die hierbei auf der Strecke bleiben, und gibt dabei ein erstaunlich vollständiges Bild des Lebensgefühls jener Zeit Ende der 20er und Anfang der 30er Lebensjahre wieder. „Alle der Kosmonauten“ ist weder grenzenlos optimistisch noch wird ein übermäßig deprimierendes Bild gezeichnet.

Ich fand „Allee der Kosmonauten“ gut zu lesen, da er trotz aller Melancholie und Traurigkeit nie eine gewisse Leichtigkeit und Lebensfreude verliert. Diese perfekte Balance gelingt Anne Krüger scheinbar mühelos.

Einzig gegen Ende besitzt das Buch eine gewisse Länge und auch das Ende war mir etwas zu vorhersehbar.

Davon abgesehen ist es lesenswert, auch wenn der Klappentext meiner Meinung nach etwas mehr Heiterkeit erwarten lässt.


 

Titel: Allee der Kosmonauten ♦ Autorin: Anne Krüger ♦ Verlag: Script5 ♦ ISBN: 978-3-7320-0289-4 ♦ Preis: 13,99 €

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"Allee der Kosmonauten" von Anne Krüger

7.08

Anfang

7/10

    Charaktere

    8/10

      Handlungsverlauf

      7/10

        Schluss

        7/10

          Sprache

          6/10

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