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Rezension #64: (Hörbuch) „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne

Obwohl „In 80 Tagen um die Welt“ bereits 1873 erstmals veröffentlich wurde, ist die Sprache nicht so veraltet, dass es anstrengend wäre, der Handlung zu folgen.

Reinhard Kuhnert spricht auch dieses Hörbuch wieder in seiner angenehmen, ruhigen Stimme und einem guten Tempo.

Die Handlung selbst ist ein kurzweiliger, spannender Wettlauf gegen die Zeit , bei dem man ganz nebenbei einiges über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse sowie die technologischen Errungenschaften jener Zeit erfährt. Auch wenn ich mit dem Hauptcharakter des Phileas Fogg nicht besonders warm wurde, hatte ich meinen Spass mit seinem Diener Passepartout.

Bewertung: ♥♥♥♥♥ hörenswert

Worum geht es?

London 1870. Der britische Gentleman Phileas Fogg schließt mit seinen Bekannten aus einem Herrenclub eine abenteuerliche Wette ab: er wird die Welt in nur 80 Tagen umrunden. Die Reise führt ihn zusammen mit seinem Diener Passepartout per Schiff, Zug und sogar auf dem Rücken eines Elefanten einmal um die Erde.  Unterwegs haben die beiden einige Abenteuer zu bestehen. Zudem werden sie von einem britischen Geheimagent verfolgt, der meint, in Phileas Fogg einen Bankräuber erkannt zu haben.

Warum habe ich es gehört?

Jules Verne ist vielleicht der erste große Sciencefiction-Autor; auch wenn es dieses Genre Ende des 18. Jahrhundert natürlich noch nicht gab. Seine Romane kennt wohl jeder und viele seiner Zukunftsvisionen sind zwischenzeitlich eingetreten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bislang nur die Verfilmungen seiner Abenteuer- und Zukunftsromane kannte. Dies sollte sich ändern! Da ich gerne lesend verreise, erschien mir „In 80 Tagen um die Welt“ genau das richtige Werk von Jules Verne.

Wie war mein erster Eindruck?

Da das Buch bereits 1873 erstmals veröffentlicht wurde, rechnete ich mit einer eher nicht mehr zeitgemäßen Sprache. Ich hatte ernsthaft Bedenken, ob ich dem Hörbuch überhaupt würde folgen können. Zu meiner großen Überraschung war das aber gar kein Problem. Die Sprache ist zwar nicht gerade modern, aber auch nicht so veraltet, dass es besonders anstrengend wäre, der Geschichte zu hören.

Wie fand ich den Sprecher?

Ich habe bereits einige Hörbücher gehört, die Reinhard Kuhnert gesprochen hat. Ich gebe zu, dass ich ihm gern zuhöre. Er hat eine angenehme, unaufgeregte Stimme. Die verschiedene Charaktere spricht er mit unterschiedlichen Stimmen, was es sehr einfach macht, den Überblick zu behalten. Auch das Sprechtempo ist sehr gut.

Wie fand ich das Hörbuch insgesamt?

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen. Es ist ein spannender, kurzweiliger Wettlauf gegen die Zeit, der durch Hindernisse, Abenteuer und Verfolger erschwert wird. Auch erfährt man einiges über die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse sowie die technischen Möglichkeiten jener Zeit. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt; trotz des Alters der Geschichte.

Lediglich mit dem guten Phileas Fogg bin ich nicht so ganz warm geworden. Er ist ein sehr pedantischer, genauer, ordentlicher und pünktlicher Mensch, der jede Spontanität, Fröhlichkeit und Zügellosigkeit vermissen lässt. Auf mich wirkte die Figur etwas überzeichnet und langweilig, aber das mag auch man zeitlichen Abstand liegen. Vielleicht hatte man 1870 einfach andere Werte als heute.
Zudem macht die lebendig, quirlige und leicht schusselige Art von Passepartout wieder einiges wett und trägt sehr zum großen Unterhaltungswert der Geschichte bei.

Besonders gut gefiel mir das kluge Ende der Geschichte. Jules Verne lockt den Leser bzw. Hörer hier zunächst geschickt auf die vollkommen falsche Richtung, um den Triumph des Phileas Fogg am Ende dadurch nur um so größer erscheinen zu lassen. Außerdem lernt man ganz nebenbei etwas sehr wichtiges in Sache Geografie.

Hörbuch im Abo*

Challenges:

Nr. 33: ... dessen Autor bereits verstorben ist.

Nr. 33: … dessen Autor bereits verstorben ist.

(Hörbuch) "In 80 Tagen um die Welt" von Jules Verne

(Hörbuch)
7.46

Anfang

7/10

    Charakter

    6/10

      Handlungsverlauf

      8/10

        Schluss

        8/10

          Sprecher

          8/10

            3 Kommentare

            1. Jules Verne ist einfach klasse. Das Buch hier habe ich auch noch auf der Liste. Wobei seine Bücher nie einen richtigen Spannungsbogen hatten, dafür aber mit schönen Beschreibungen begeistern.

              Viele Grüße
              Tobi

            2. Ich war vom Buch erstmal enttäuscht, weil es eher sachlich ist, während die Filme den Abenteuer-Aspekt betonen. Ich hab aber irgendwo gelesen, dass Verne damit die Eile des Lebens als Folge der Industrialisierung dokumenteren bzw. parodieren wollte. Und das leuchtet mir ein 🙂 Richtig gut und toll beschrieben fan dich „5 Wochen im Ballon“

              • Kerstin Scheuer sagt

                Solche Bücher muss man immer im zeitlichen Zusammenhang sehen. Ich mochte den trockenen Humor. Sehr britisch.

                „5 Wochen im Ballon“ kenne ich nicht. Das werde ich mir mal anschauen. Danke.

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