2 Herzchen, Frauen, Rezension
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Rezension #15: „Ich koch dich tot -(k)ein Liebesroman“ von Ellen Berg

Bewertung: ♥♥

Inhalt:

Beim häuslichen Abendessen greift Vollzeithausfrau Vivis tyrannischer Ehemann aus Versehen an Stelle des Pfefferstreuers zum Rattengift und verstirbt. Vivi kommt dieses Missgeschick gerade Recht, denn sie fühlte sich schon seit langem nicht mehr wohl in dieser Ehe. In ihrer neu gewonnenen Freiheit läuft dann aber leider nicht immer alles glatt und so sieht sich Vivi gezwungen, auch weitere Männer nach dem gleichen Muster (diesmal aber mit voller Absicht) ins Jenseits zu befördern…

Meinung:

Dieser Roman ist bereits das dritte Buch von Ellen Berg. Zwischenzeitlich wurden weitere Werke der Autorin veröffentlicht.
Von diesem Erfolg sowie der Grundidee der Geschichte beeindruckt, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Gleich die ersten Seiten waren in einer sehr unterhaltsamen, originellen bis zeitweise witzigen Art geschrieben und ließen sich leicht lesen.

Leider ging mir Vivi dann aber doch sehr schnell auf die Nerven. Sie ist die wohl naivste, unselbstständigste Mittdreißigerin, die mir bislang untergekommen ist – und das obwohl das Buch in unserer emanzipierten Gegenwart spielt. Zudem summt, singt oder pfeift sie ständig Schlager, die lange vor ihrer Zeit modern gewesen sind, was nicht so recht zu einer jungen Frau passen mag.
Auch ihre Freundschaft zu Ela, einer modernen, emanzipierten Karrierefrau konnte ich nicht so recht glauben. Die beiden Frauen haben nicht, aber auch gar nichts gemeinsam. Was also ist die Basis ihrer Freundschaft?!

Die Geschichte leidet zudem an weiteren Ungereimtheiten. So werden beispielsweise gleich mehrmals juristisch anspruchsvolle Geschäfte wie z.B. das Vererben und der Kauf von Immobilien oder auch das Aufnehmen einer Hypothek binnen Minuten und ganz ohne Notar abgewickelt.
Außerdem fällt es Vivi schon geradezu lächerlich einfach, sich der Leichen zu entledigen, ohne auch nur ein einziges Mal aufzufallen.

Auch diese kitschigen, klischeebehafteten Liebesbeziehungen, die Vivi nach dem Tod ihres Mannes eingeht, waren nicht nach meinem Geschmack. In Bergs Welt gibt es scheinbar nur Traumprinzen und richtig fiese Kerle. „Normale“ Männer mit liebenswürdigen Eigenschaften und Macken gleichermaßen kennt dieses Buch nicht. Überhaupt wird hier gerne in schwarz-weiß gezeichnet und auf vielschichtige Charaktere verzichtet.
Dies macht es weniger komplex und damit weniger anspruchsvoll. Für alle, die eine leichte, gut unterhaltende Lektüre suchen, ist dieses Buch damit bestens geeignet. Mir aber war es zu seicht.

Dies alles schmälerte meinen Lesegenuss doch sehr. Ich muss leider zugeben, dass ich bereits nach gut 30% des Ebooks mit dem Gedanken spielte, die Lektüre ganz abzubrechen, was ich in meiner gesamten „Leserlaufbahn“ erst 2 bis 3 Mal getan habe.
Letztlich habe ich mich dann doch noch durch das restliche Buch gezwungen. Die unterhaltsame, witzige Schreibweise hat es etwas erleichtert. Dennoch hat mir das Buch, so Leid es mir tut, nicht gefallen. Ich kann es nicht weiterempfehlen. Es wird garantiert mein einziger Ellen Berg-Roman bleiben.

1 Kommentare

  1. Mir ist der Humor einfach zu platt. Das Cover war geil und es gibt sicher Leute, denen das gefällt. Aber für mich war das Buch wie ein schrecklicher Abend mit Leuten, die denken, dass sie lustig sind.

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