2 Herzchen, Krimi, Rezension
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Rezension #14: „Allmen und die verschwundene Maria“ von Martin Suter

Bewertung: ♥♥

Inhalt:

Suters 4. Roman um den Kunstkenner Johann Friedrich von Allmen setzt genau da an, wo sein 3. Buch endete: Allmens Haushälterin, bei Allmens 3. Fall wesentlichen Anteil an der Wiederbeschaffung des Dahlien-Gemäldes hatte, wurde entführt. Die Kidnapper fordern dasgerade erst wiederbschaffte Kunstwerk als Lösegeld. Dummerweise wurde dieses aber von der eigenwilligen Industrieerbin Dahlia Gutbauer, in deren Besitz es sich dank Allmen wieder befindet, mit Hilfe einer Schere „verändert“, wie diese es euphemistisch nennt …

Meinung:

Leider schließt Suter nicht nur inhaltlich sondern auch was das Niveau des Buches betrifft, unmittelbar an den 3. Allmen-Roman an. Es ist ähnlich ideenlos, wie der Vorgänger. So erfahren Allmen und Carlos z.B. in einem Kapitel, dass ein Teil des Gemäldes vermutlich im Hotelmüll landete, der aber an just jenem Morgen abgeholt wurde. Kurzerhand folgen sie dem Müllwagen (natürlich im dichten Berufsverkehr) bis zur Deponie… *gähn* Wem kommt das nicht bekannt?!

Auch der Rest ist ähnlich gestaltet. Originalität: Fehlanzeige. Dabei hätte man auch spannende Wendungen einbauen können. Ein Konflikt zwischen den beiden Entführern ist z.B. in seinen Grundzügen bereits angelegt, wird aber nicht weiter ausgebaut, was ich sehr schade fand.

Am Schluss schaltet Allmen schließlich die Polizei ein. Da hat sich Maria aber längst selbst befreit – und ich geistig längst mit dem Roman (und der Serie?) abgeschlossen.

Das ganze Buch plätschert irgendwo im Bereich der seichten Unterhaltung vor sich hin. Fast scheint es so, als habe es sich Suter nicht erlaubt, richtig Fahrt aufzunehmen. Die Entführer bleiben menschlich; Allmen und Carlos entscheiden sich für die „legale“ Lösung des Falls und gehen zur Polizei; es gibt keinen Schusswechsel, keine Misshandlung bzw. Vergewaltigung der Geißel und sogar Marias beide Befreiungsversuche werden nicht im Detail, sondern nur in kurzen Rückblenden beschrieben.

Allmens Charme machte zwar für mich bislang auch immer aus, dass es eben Krimis waren, die ohne Gewalt auskamen. Aber bei einem Entführungsfall funktioniert dieses Prinzip einfach nicht. Mit der Wahl dieses Themas hat sich Suter keinen großen Gefallen getan.

Und so reicht es am Schluss dann auch nur für 2 magere Punkte. Eine wirkliche Kaufempfehlung kann ich nicht geben.

Der 5. Allmen-Roman, sollte es einen geben, wird auch nicht mehr so selbstverständlich auf meine Wunschliste wandern, wie die vier ersten Teile.  Bereits diesen 4. Teil habe ich nur deshalb gelesen, weil ich wissen wollte, wie die im 3. Buch begonnene Geschichte endet. Im Nachhinein betrachtet, ist die Story aber so belanglos, dass man auch nichts verpasst, wenn man es nicht liest.

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