5 Herzchen, Krimi, Rezension
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Rezension #11: „Flavia de Luce 4: Vorhang auf für eine Leiche“ von Alan Bradley

Bewertung: ♥♥♥♥♥

Inhalt:

Unter den drei Schwestern des Hauses de Luce herrscht erstmals Einigkeit: dass das Familienanwesen Buckshaw für Dreharbeiten eines Filmteams genutzt werden soll, verspricht auf-regende und spannende Aussichten. Da gerät selbst das bevorstehende Weihnachtsfest fast zur Nebensache. Dumm nur, dass die Hauptdarstellerin auf Buckshaw stirbt, bevor mit den Arbeiten an dem Film begonnen werden kann.

Natürlich ist es Flavia, die die Leiche findet und der Polizei wie gewohnt bei den Ermitt-lungen unter die Arme greift. Die Liste der Verdächtigen ist lang – so lang, dass sie beinahe vergisst, ihren lange vorbereiteten Plan umzusetzen, den Weihnachtsmann mittels selbst hergestelltem Vogelleim auf dem Dach zu fangen, um ihren Schwestern dessen Existenz zu beweisen.

Meinung:

Dieses vierte Buch um die 11-jährige Hobbyermittlerin Flavia de Luce macht einfach Spaß. Wie bereits seine Vorgänger bietet es wieder gute Unterhaltung bei einer soliden Mischung aus Krimi und Humor. Es lässt sich leicht und flüssig lesen und brachte mich an einigen Stellen zum Lachen. Auch Neueinsteiger, die die Teile 1 bis 3 nicht gelesen haben, sollten noch problemlos folgen können, da es kaum Rahmenhandlung gibt, die sich durch alle Bücher zieht. Dies aber scheint sich ab diesem Band zu ändern, denn erstmals werden Hinweise auf die Vergangenheit der weiteren Personen gegeben. So scheint Flavias Tante wohl in Zukunft eine größere Rolle einzunehmen.


Diese Weiterentwicklung ist meiner Meinung nach genau das, was die Serie brauchte, um weiterhin interessant zu bleiben. Bereits beim 3. Band fehlte mir die Entwicklung bei den Hauptcharakteren und damit deren Komplexität. Dies scheint der Autor nun aufheben zu wollen. Ich bin gespannt …

Ein wenig schade fand ich es, dass es diesmal keinen (fast möchte ich sagen „traditionellen“) Streich gibt, den Flavia ihren Schwestern spielt. Flavias Versuch, den Weihnachtsmann zu fangen, ist jedoch mehr als eine Entschädigung für dieses Fehlen.

Bei aller Begeisterung für Flavias vierten Fall fand ich das Ende jedoch insgesamt nicht be-sonders gelungen. Zwar kommt es zu einem sehr dramatischen und extrem spannenden Show-down auf den Dächer von Buckshaw mit überraschendem Ausgang; wie Flavia aber auf die Lösung des Falls kam, war für mich nicht gut nachvollziehbar. Während in den ersten drei Bänden Flavias Ermittlungen im Mittelpunkt standen, geschieht der Mord diesmal erst relativ spät in der Geschichte, so dass Flavias Detektivarbeiten diesmal doch verhältnismäßig kurz geraten und damit schwerer nachvollziehbar sind.
Dies mag damit zusammenhängen, dass Bradley, wie bereits beschrieben, offenbar an einer übergeordneten größeren Rahmenhandlung arbeitet, die in diesem Band erstmals eingeführt wird. Ich bin daher gespannt, wie sich Flavias 5. Fall lesen wird.

Zum EBook selbst sei noch gesagt, dass diesmal etwas öfter Leerzeichen fehlten. Es hielt sich jedoch noch soweit im Rahmen, dass es meinen Lesespaß nicht weiter störte.

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