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Rezension #57: (Hörbuch) „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek

„Passagier 23“ ist frei von allen Klischees und größtenteils auch von Stereotypen, was es für mich so unterhaltsam, spannend  und wenig berechenbar machte. Durch die fehlenden Figuren mit echten Identifikationspotential wurde ich aber leider nicht so stark in die Handlung hineingezogen, wie ich es von einem richtig guten Hörbuch erwarte.

Bewertung: ♥♥♥♥ „Buchtipp“

Worum geht es?

Auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ geschehen seltsame Dinge. Immer wieder verschwinden dort Passagiere spurlos. Doch noch seltsamer ist, dass dann plötzlich ein kleines Mädchen wieder auftaucht, das einen Teddy in der Hand hält, der einem vor einigen Jahren an Bord des gleichen Schiffes verschwundenen Jungen gehörte. Als dessen Vater Martin Schwarz (Polizeipsychologe und verdeckter Ermittler) davon erfährt, bucht auch er eine Kabine für die Transatlantikpassage, um den Dingen, die dort geschehen auf den Grund zu gehen. Die Kreuzfahrt wird zum Alptraum…

Warum habe ich es gehört?

Die Meinungen zu diesem (Hör-) Buch gehen stark auseinander: Während es von den einen sehr gelobt wird, verreißen es die anderen. Ich selbst habe bislang noch keinen Fitzek gehört oder gelesen; hielt dieses so kontrovers diskutierte Buch aber für den idealen Anfang. Thriller made in Germany sind ja auch eher selten und ich war neugierig, wie so etwas wohl klingen würde.

Wie war mein erster Eindruck?

Ich fand es schön, dass dem eigentlichen (Hör-) Buch Zeitungsausschnitte vorangestellt sind, die Fitzek offenbar zu der Geschichte und dem Titel inspirierten. (Jedes Jahr verschwinden durchschnittlich 23 Passagiere spurlos von Kreuzfahrtschiffen.)

Auch dem Prolog fand ich sehr gut. Er handelt von einem unheimlichen Arzt, der seinen „Klienten“ Gliedmaßen abnimmt. Die Stimmung ist eher düster und gruselig, was ich sehr mochte.

Wie fand ich das Hörbuch insgesamt?

Leider schafft es der weitere Verlauf von „Passagier 23“ nicht, diese schön-schaurige Stimmung des Prologs aufrecht zu erhalten. Insgesamt ist der Gruselfaktor eher gering, was ich etwas schade fand.

Auch wurde ich mit der Hauptfigur des Martin Schwarz nicht so recht warm. Seit dem Verschwinden seiner Frau und seines Sohnes neigt er zu selbstzerstörerischen Polizeieinsätzen und ist auch sonst eher ein „harter Hund“. Für mich bot er wenig Potential zur Identifizierung.
Ähnlich ging es mir auch mit den anderen Figuren – mit Ausnahme eines Nebencharakters, mit dem ich mich zwar auch nicht identifizieren konnte, aber zumindest hatte ich meinen Spaß an ihr.

Vielleicht hätte es dem Buch geholfen, wenn es nicht und der dritten Person, sondern auch der Sicht eines oder mehrerer Ich-Erzähler geschrieben worden wäre. Dies ist immer die einfachste Methode, um den Zuhörer schnell und direkt einzubeziehen.

Das fehlende Identifikationspotential ist deswegen so schade, weil die Geschichte an sich, die uns in „Passagier 23“ erzählt wird, wirklich spannend und gut gemacht ist. Immer wieder wird der Hörer getäuscht und hinters Licht geführt. Für mich gab es einige gute Überraschungsmomente.
Auch das Ende war für mich nicht vorhersehbar und noch einmal ein echter Wendepunkt.

„Passagier 23“ ist frei von allen Klischees und größtenteils auch von Stereotypen, was es für mich so unterhaltsam, spannend  und wenig berechenbar machte. Durch die fehlenden Figuren mit echten Identifikationspotential wurde ich aber leider nicht so stark in die Handlung hineingezogen, wie ich es von einem richtig guten Hörbuch erwarte.

Wie fand ich den Sprecher?

Simon Jäger macht seine sehr gut. Er hat ein gutes Sprechtempo und verleiht den einzelnen Charakteren individuelle Stimmen, so dass man auch Gesprächen gut folgen kann. Besonders gelungen fand ich den Wiener Akzent einer älteren Dame.

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Challenges:

Nr. 5: ... von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast

Nr. 5: … von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast

(Hörbuch) "Passagier 23" von Sebastian Fitzek

(Hörbuch)
7.92

Anfang

8/10

    Handlungsverlauf

    8/10

      Charaktere

      6/10

        Schluss

        9/10

          Sprecher

          9/10
            • Spannung
            • unvorhersehbare Wendungen
            • originelles Ende
            • Charaktere mit wenig Identifikationspotential

            3 Kommentare

            1. Hallo,
              ich kann mir vorstellen, dass ein Fitzek schwer zu hören ist. Fitzek ist einer meiner Lieblingsautoren aber ich würde ihn nie als Hörbuch hören sondern immer nur lesen. Gerade die Personen machen es einfach zu etwas ganz besonderem bei ihm. Vielleicht lest du ja schon bald eines seiner Bücher. Auf jeden Fall eine gelungene Rezension und von mir auch mal ein Followvögelchen bei Zwitscher.
              Liebe Grüße
              Sabrina

              • Kerstin Scheuer sagt

                Herzlich Willkommen Sabrina,
                ich freue mich immer über neue Follower.
                Vielen Dank für den Tipp. Das werde ich bestimmt noch einmal ausprobieren.
                Ich höre mich gerade durch die Audible-Bibliothek meines Lebensgefährten. Die Auswahl der Hörbücher treffe ich also nur eingeschränkt selbst.

            2. Pingback: Büchertipps für den Urlaub auf Balkonien #1 – Thema „Reisen“ | so many books - so little time

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