4 Herzchen, Rezension, Roman
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Rezension #7: „Gut gegen Nordwind“ von Glattauer, Daniel

Bewertung: ♥♥♥♥

Inhalt:

Eigentlich möchte Emma Rother nur ihr Zeitschriften-Abo kündigen. Leider schleicht ein falscher Buchstabe in die E-Mail Adresse und ihre Kündigung landet bei Leo Leike. Zwischen den beiden entwickelt sich ein reger E-Mail-Verkehr, in dem sich beide schnell näher kommen und einander sehr persönliche Dinge offenbaren, in die man normalerweise nur langjährige gute Freunde einweiht. So entsteht schließlich der Wunsch nach einem Treffen. Aber wird ihre „Beziehung“, die sich bislang nur im virtuellen Raum und in ihrer Fantasie abspielte, der Realität standhalten?

Meinung:

Zugegeben: die Form des Briefromans ist nicht neu. Bereits Goethe verfasste mit „Die Leiden des jungen Werther“ eine Roman in Briefform.
Dennoch ist das, was Daniel Glattauer mit „Gut gegen Nordwind“ gelang, etwas ganz neues, denn die beiden Protagonisten schreiben sich keine klassischen Briefe sondern E-Mails. Zwar handelt es sich sowohl bei Brief als auch E-Mail um ein verhältnismäßig anonymes Medium, bei dem ich dem Angesprochenen nicht persönlich gegenüber trete. Die E-Mail erreicht jedoch sehr viel schneller ihren Empfänger und ermöglicht damit im besten Fall eine umgehende Reaktion. An einigen Stellen liegen nur wenige Minuten oder gar Sekunden zwischen den einzelnen E-Mails, so dass fast schon ein richtiges Gespräch zwischen Emmi und Leo zu entstehen scheint. Der Roman gewinnt hierdurch an Leichtigkeit, denn längere Monologe wechseln sich mit kurzen Fragen und Aussagen ab. Dennoch bekommt man eine sehr guten Einblick in das Innenleben der beiden Schreibenden.

Glattauer ist ein leichter, witziger Roman mit viel Gefühl gelungen, der sich sehr angenehm lesen lässt und bis zur letzten Seite spannend bleibt. Einmal angefangen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Trotzdem ist es kein Roman, den man einfach so aus Hand legt und zur Tagesordnung übergeht. Er bewegte mich und wirkte noch eine ganze Weile nach.

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