4 Herzchen, Frauen, Rezension
Schreibe einen Kommentar

Rezension #4: „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ von Stefan Bollmann

Bewertung: ♥♥♥♥

Inhalt:

In „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ führt Stefan Bollmann anhand ausgewählter Gemälde und Fotografien durch die Geschichte weiblichen Lesens. Ergänzt wird das Buch durch ein Vorwort von Elke Heidenreich sowie ein Nachwort des Autors.

Gegliedert ist das Buch nach Jahrhunderten. Jedem Gemälde bzw. jeder Fotografie folgt kurzer Text, welcher die Abbildung erläutert und interpretiert.

Meinung:

Um eines gleich vorweg zu nehmen: ich bin keine besondere Kunstkennerin. Mir fehlt ganz – im Gegenteil – der Zugang zur Kunst. Zwar gefallen mir manche Bilder besser als andere, genauere Aussagen dazu, was genau mich nun darauf besonders anspricht, kann ich jedoch nicht machen.
Trotzdem (oder gerade deshalb) fand ich die kurzen Texte zu jedem Bild so hilfreich und interessant. Neben der Geschichte des weiblichen Lesens erfuhr ich eine Menge über die einzelnen Maler, die dargestellten Personen / Frauen und die Symbolsprache in der darstellenden Kunst. Zudem war es sehr interessant zu sehen, wie sich das Bild lesender Frauen im Laufe der Jahrhunderte veränderte: waren es im 17. Jahrhundert hauptsächlich biblische Figuren und Heilige, die im Bibelstudium versunken dargestellt wurden, sieht man in späteren Jahrhunderten (Liebes-) Briefleserinnen, Leserinnen, die über ihrer Lektüre die häuslichen Pflichten vergessen und schließlich einsame entwurzelte Leserinnen von Fahrplänen.

Im – wie ich finde – äußerst gelungenen Vorwort erklärt uns Elke Heidenreich, weshalb lesende Frauen so gefährlich sind. Stefan Bollmann gibt in einem Nachwort einen kurzen Abriss über die Geschichte weiblichen Lesens, der Interesse weckt, mehr über dieses Thema zu erfahren.

Mir hat das Buch trotz meines fehlenden Kunstverständnisses gefallen. Die kurzen Texte sind verständlich geschrieben und lassen sich gut lesen. Die relativ kurzen Abschnitte machen es zu einer idealen „Badewannenlektüre“. Da es keinen längeren Plot oder Gedankenaufbau gibt, dem man folgen muss, kann man das Buch bedenkenlos für eine Weile zur Seite sehen und bei entsprechender Muse zum nächsten Bad wieder in die Hand nehmen. Auf diese Weise habe ich es gelesen.

Zudem lässt es sich prima darin schmökern: das Buch lässt sich an einer beliebigen Stelle aufschlagen, wessen Abbildung einen gerade besonders anspricht. Von dort aus kann man ebenso gut einige Seiten vor- und zurückblättern, bis auf das nächsten Bild stößt, welches Interesse weckt.

Dieses Buch war ein Weihnachtsgeschenk, das ich als leidenschaftliche Leserin wohl vor allem wegen des Titels bekommen habe. Ich hätte es mir selbst wohl eher nicht gekauft. Allerdings bin ich nun froh, auf diesen Autor aufmerksam geworden zu sein. Es wird wohl nicht das letzte Buch von Stefan Bollmann sein, das ich gelesen habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.