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Rezension #48: „The World according to Bob“ von James Bowen

Worum geht es?

Im zweiten Teil um Streuner Bob versucht dessen „Herrchen“ James Bowen dem Straßenleben endgültig ein Ende zu machen. Nach einige frustrierenden Erlebnissen beim Verkauf der Obdachlosenzeitung, von dem er seinen und Bobs Lebensunterhalt verdient, beschließt der Straßenmusiker und Ex-Junkie sich auf die Suche nach einem „richtigen“ Job zu machen. Seine Vergangenheit und sein lückenhafter Lebenslauf machen es ihm jedoch alles andere als einfach.

Doch dann erhält er dank seines wachsenden Bekanntheitsgrades doch noch ein unerwartetes Jobangebot…

Warum habe ich es gelesen?

Bereits vom ersten Teil „A street cat named Bob“ war ich als zweifache Katzenmama restlos begeistert. Ich fand es herzerwärmend schön, wie James Bowen sein Zusammentreffen mit Bob schilderte und wie die beiden gemeinsam einen Weg von der Straße und in ein geordnetes Leben suchen. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier war von Anfang greifbar und absolut glaubhaft geschildert.

Als ich vom zweiten Teil erfuhr, wanderte dieser daher sofort auf meine Wunschliste.

Wie war mein erster Eindruck?

Ich habe mir lange Zeit gelassen, bis ich „The World according to Bob“ dann auch tatsächlich gelesen habe. Ich hatte Angst, dass es sich nur einen lauwarmen zweiten Aufguss handeln würde, und wollte nicht enttäuscht werden. Diese Bedenken erwiesen sich jedoch als unbegründet.

Natürlich bleibt James Bowen seinem Schreibstil treu und erzählt eine Menge witzige Anekdoten und herzerwärmende Erlebnisse aus seinem gemeinsamen Leben mit Bob. Während es jedoch im ersten Teil hauptsächlich darum ging, wie sich James und Bob kennenlernten, geht der zweite Teil stärker auf den Buchvertrag von James Bowen ein. Auch Bob hat wieder neue Streiche, Tricks und Abenteuer parat.

Wie gefiel mir das Buch allgemein?

Ich habe „The World according to Bob“ sehr genossen. Es war nach der Lektüre des ersten Buchs wie ein Wiedertreffen mit guten Freunden. Das Buch bietet eine perfekte Mischung aus Bekanntem und Neuem. Der Schreibstil und das Erzählschema sind in beiden Büchern gleich, so dass mein sich gleich „zu Hause“ fühlt. Gleichzeitig sind die Geschichten, die erzählt werden, jedoch andere. So ist es nicht langweilig oder vorhersehbar.

Ich denke aber, dass man ein Tier- bzw. Katzenliebhaber sein sollte, um „The World according to Bob“ wirklich genießen zu können. Wie bereits im ersten Teil ist es nämlich in erster Linie Kater Bob, der im Mittelpunkt der Erzählung steht. Wie es James Bowen langsam gelingt, sein eigenes Leben in geordnete Bahnen zu lenken, wird nur als Nebenhandlung geschildert.
Ich finde diese Sichtweise sehr interessant. James Bowen sieht in Straßenkater Bob den entscheidenden Auslöser, Antrieb und Motivatior, um sein eigenes Leben zu ändern und eine gewisse Alltagsroutine zu entwickeln, die Sicherheit und Beständigkeit bringt. Selten wird in einem Buch die Beziehung und gegenseitige Abhängigkeit zwischen einem Menschen und einer Katze so gefühlvoll und zutreffend geschildert. An manchen Stellen habe ich mich aber schon gefragt, ob da nicht doch etwas zu viel in das Verhalten einer Katze hinein interpretiert wird.
Viele Situationen werden Haustierbesitzern bekannt vorkommen.

Dennoch stimme ich mit James Bowen darin überein, dass Bob eine sehr außergewöhnliche Katze und die Beziehung der beiden etwas Besonderes ist.

Insgesamt vergebe ich ♥♥♥♥♥ (lesenswert), weil das Buch nur etwas für tierliebe Leser ist und Menschen ohne Bezug zu (Haus-) Tieren vermutlich nur wenig damit anfangen können.

Wie fand ich die Sprache?

Das Buch ist in einem gut verständlichen Englisch geschrieben. Literarische Kunstgriffe sucht man hier vergebens. James Bowen schreibt so, als würde er dem Leser seine Geschichte auf einer Parkbank oder im Pub um die Ecke erzählen. Dies macht es auch Lesern mit gutem Schulenglisch möglich, das Buch flüssig und ohne größere Anstrengungen zu lesen.

Rezension #48: „The World according to Bob“ von James Bowen

7.5

Anfang

7/10

    Handlungsverlauf

    7/10

      Schluss

      8/10

        Sprache

        9/10
          • auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Buch lesbar
          • nur für Tier-/Katzenliebhaber

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