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Rezension #45: (Hörbuch) „Wild Cards – Das Spiel der Spiele“ von George R. R. Martin

Worum geht es?

Es ist nun 40 Jahre her, seit sich das Wild Card-Virus ausbreitete und Menschen mutieren ließ. Manche weisen nur körperliche Veränderungen auf („Joker“ genannt); andere besitzen richtige Superkräfte („Asse“). In einer neuen Casting Show soll unter Ihnen Amerikas neuer Superhero ermittelt werden. Dem Gewinner winkt nicht nur Ruhm sondern auch eine Menge Geld. Aber wahre Held zeichnen sich durch etwas anderes aus…

Warum habe ich es gehört?

Ich gebe zu, es war hauptsächlich der angegebene Autor George R. R. Martin, der mich dazu bewegte, dieses Hörbuch zu hören. „Das Lied von Eis und Feuer“ fand ich richtig gut. Seit ich alle bisher erschienen Folgen vor einem Jahr beendet habe, warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Da erschien mir ein anderen Buch von George R. R. Martin genau richtig zur Überbrückung.

Darüber hinaus fand ich auch die Idee mit der Casting Show interessant. Zwar gibt es bereits eine Bücher, denen eine ähnliche Idee zu Grunde liegt (z.B. „Todesmarsch“ von Richard Bachmann bzw. Stephen King oder „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins), aber ich lese derartige Geschichten eigentlich ganz gerne, weil sie immer Garant für Spannung sind.

Wie war mein erster Eindruck?

Da „Das Spiel der Spiele“ der aktuellste Teil einer langen „Wild Cards“-Serie ist, die ich bis dato nicht verfolgte, hatte ich so meine Bedenken, ob ich überhaupt würde mitkommen können. Aber das Setting wird zu Beginn gut umrissen und man braucht keine Vorkenntnisse aus älteren Folgen, um die Geschichte verstehen zu können.

Das Buch ist aus unterschiedlichen Perspektiven und von verschiedenen Autoren geschrieben. Dies hat einen gewissen Reiz. Mich störte es aber, dass auf dem Cover nur George R. R. Martins Name genannt wird. Dies vermittelt einen vollkommen falschen Eindruck von dem Buch. Ich musste bis weit in die zweite Hälfte warten, um auf einen einzigen Abschnitt zu stoßen, der dann tatsächlich von George R. R. Martin geschrieben wurde. Offensichtlich wurde hier der bekannteste Name als Zugpferd missbraucht.

Gleich zu Beginn werden zwei Haupthandlungsstränge eingeführt: der eine spielt in den USA, der andere in Ägypten. Dies baute Spannung auf, weil man wissen möchte, wie beide Teile zusammengehören.

Wie fand ich das Hörbuch allgemein?

Alles in allem war ich von dem Hörbuch enttäuscht. Dies liegt nicht nur daran, dass es eigentlich gar kein George R. R. Martin-Roman ist. Die zahlreichen Protagonisten sind auch samt und sonders Stereotypen. Ihr Verhalten und damit auch die gesamte Handlung ist damit leicht vorhersehbar.

Besonders schrecklich fand ich eine Stelle, in der alle 20 Casting Show-Teilnehmer so plakativ, reißerisch vorgestellt werden, wie es die Werbekampagne zur TV-Show vorsieht. Im Hörbuch hat mich das einfach nur genervt. Es trägt rein gar nichts zur Handlung bei und auch die Figuren werden durch diese kurzen Slogan nicht plastischer. Das Ganze zog sich gewaltig in die Länge. Hier hätte ich mir das Buch gewünscht, um die Stelle überspringen zu können.

Zudem ist das Buch wirklich sehr amerikanisch, was sich nicht nur am Ablauf der Casting Show sondern auch später zeigt, wenn die amerikanischen Superheld in Ägypten gegen muslimische Unterdrücker kämpfen. Im Grunde ist es nur eine weitere von zahllosen Superhelden-Geschichten, in denen Amerika die Welt rettet.

Die Verbindung zwischen den beiden Handlungsteilen – der Casting Show und dem Bürgerkrieg in Ägypten war mir zudem zu konstruiert. Fast wirkte es so, als habe man versucht, zwei ursprünglich getrennte Geschichten irgendwie miteinander zu verbinden. Da es sich um mehrere Autoren handelt, die an diesem Buch mitwirkten, halte ich das auch gar nicht für so unwahrscheinlich.

Insgesamt ist es ein weiteres Buch der Kategorie „Kann man lesen bzw. hören – muss man aber nicht“.

Wie fand ich den Sprecher?

Mit Reinhard Kuhnert hat das Hörbuch einen erfahrenen Sprecher, der seine Sache echt gut macht. Ich fand jedoch, dass er Männerfiguren besser darstellen kann als Frauen. Letztere klangen alle immer etwas arrogant, gelangweilt bis zickig.

Bewertung: ♥♥♥♥♥ „lesbar“

 

(Hörspiel) "Wild Cards - Das Spiel der Spiele" von George R. R. Martin

(Hörspiel)
4.54

Anfang

5/10

    Handlungsverlauf

    3/10

      Charaktere

      3/10

        Schluss

        5/10

          Sprecher

          7/10
            • sehr
            • Stereotypen; Vorhersehbarkeit

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