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Rezension #43: „Hummeldumm“ von Tommy Jaud

Worum geht es?

Nach langwierigen Verhandlungen über die neuen Eigentumswohnung freut sich Matze auf den 2wöchigen gemeinsamen Urlaub mit seiner Freundin Sina. Leider entspricht die von Sina gebuchte 2wöchige Gruppenrundreise durch Namibia so gar nicht seiner Vorstellung von Urlaub. Die Mitreisenden sind nicht steinalt, sondern scheinen auch alle ein wenig bekloppt zu sein.

Als Matze dann auch noch einfällt, dass er im Stress der Reisevorbereitungen vergessen hat, die Reservierungsgebühr für die Wohnung zu bezahlen, ist das Chaos perfekt, denn der Handyakku ist platt und das nächste Internetcafe Tausende von Kilometern entfernt. Auch darf Sina natürlich keinesfalls etwas über seinen Fauxpas erfahren…

Damit beginnt ein irrwitziger Roadtrip, der die Beziehung der beiden auf eine harte Probe stellt.

Warum habe ich es gelesen?

Das Buch wurde mir von einer Kollegin empfohlen und ausgeliehen, nachdem ich mich über das dritte Novemberwetter beschwert hatte. Dieses Buch sei nicht nur perfekt, um einfach mal wieder richtig zu lachen, auch dass es im Namibia-Urlaub spiele, ließe gute Laune aufkommen.

Auch mein Freund liebt „Hummeldumm“. Er hat es bereits mehrfach als Hörbuch gehört.

Wie war mein erster Eindruck?

„Hummeldumm“ macht tatsächlich von Anfang an Spaß. Ich-Erzähler Matze quengelt und nörgelt sich durch die gesamt Anreise nach Namibia, um sich vor Ort sofort über sämtliche Mitreisende lustig zu machen und sie mit Spitznamen zu versehen.

Das Buch ist in einer so locker-flapsigen Art geschrieben, dass man den Eindruck hat, de Geschichte bei einem Bier von Matze persönlich zu hören. Durch die häufige wörtliche Rede entsteht ein sehr lebendiger Erzählstil, bei dem die verschiedenen Dialekte, der Mitreisenden durch Lautmalerei dargestellt werden. Aber keine Angst: Tommy Jaud geht hierbei nicht so weit, dass die Gespräche unleserlich werden oder man sie laut lesen müsste, um den Inhalt zu verstehen. Dennoch ist es deutlich genug, um den gemeinten Dialekt sofort im Ohr zu haben.

Wie gefiel mir das Buch allgemein?

Mal Hand auf Herz: Matze ist ein kindischer, dauernörgelnder Kotzbrocken, den ich an Sinas Stelle bereits am 2. Tag in der Kalahari ausgesetzt hätte. Trotzdem macht es teuflischen Spaß, seinem Urlaubstrip zu folgen, denn sein permanentes Scheitern beim Versuch eines Reiseadapter zu bekommen, um sein Handy aufladen zu können, bringt einfach diebische Schadenfreude beim Leser mit sich. Außerdem benimmt sich Matze genauso wie wir uns gerne benähme, aber nicht trauen.

Eine hohe literarischen Anspruch an das Buch sollte man freilich nicht haben. Die Charaktere sind Stereotypen und in ihrem Verhalten leicht vorherzusehen. Letztlich lebt „Hummeldumm“ jedoch genau hiervon. Als störend habe ich es daher nicht empfunden.

Im letzten Drittel überspannt Tommy Jaud dann aber etwas den Bogen: Fäkalien und tote Tiere finde ich keineswegs lustig. Aber irgendwie verzeiht man auch das, dann nur wenige Zeilen weiter macht Matze sich über sich selbst lustig. Ich musste lachen und hatte ihm vergeben.

Besonders angetan war in von dem Ende, das etwas versöhnliches hat.  Irgendwann hat die ganze Blödelei nämlich dann doch ein Ende, und „Hummeldumm“ zeigt auf humorvolle und unterhaltsame Weise, wie die Reisegruppe mit ihren unterschiedlichen Charakteren schließlich doch noch zusammenwächst.

Fazit:

„Hummeldumm“ von Tommy Jaud ist eine locker geschriebene, lustige Geschichte über eine Gruppen-Rundreise durch Namibia, die Lust auf Urlaub macht und gute Laune versprüht. Einen hohen literarischen Anspruch hat sie dabei jedoch nicht.

Bewertung: ♥♥♥♥ „Buchtipp“

"Hummeldumm" von Tommy Jaud

7.96

Anfang

8/10

    Handlungsverlauf

    9/10

      Charaktere

      8/10

        Schluss

        8/10

          Sprache

          7/10

            2 Kommentare

              • Kerstin Scheuer sagt

                Das dachte ich auch ganz lange. Aber dann fand ich es doch sehr lustig. Aber man muss da wohl in der richtigen Stimmung für sein. Das stimmt.

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