Roman, Schwächling
Kommentare 2

Schwächling #4: „Der Hals der Giraffe“ von Judith Schalansky

Am Montag wurde der Deutsche Buchpreis 2014 verliehen. Dies nehme ich zum Anlass, Euch einen „Schwächling“ zu präsentieren, der 2011 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stand und auch sonst einige Auszeichnungen erhielt.

Aber auch so wird es hier thematisch noch etwas weitergehen mit dem Deutschen Buchpreis 2014. Immerhin ist mein Projekt „persönliche Shortlist lesen“ ja noch nicht abgeschlossen.

Der Hals der GiraffeKlappentext:

»Der beste Roman des Jahres.« Hubert Winkels, Deutschlandfunk

Anpassung im Leben ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. In einer Stadt im hinteren Vorpommern. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – die Stadt schrumpft, es fehlt an Kindern. Aber noch vertreibt Inge Lohmark, Lehrerin vom alten Schlag, mit ihrem Starrsinn alles Störende. Als sie schließlich Gefühle für eine Schülerin entwickelt und ihr Weltbild ins Wanken gerät, versucht sie in immer absonderlicheren Einfällen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Judith Schalanskys Bildungsroman wurde 2011 zum großen Presse und Publikumserfolg. Kritikerinnen und Kritiker bejubelten den »besten Roman des Jahres« und die Leserinnen und Leser machten ihn zum Bestseller. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten der Welt: die Schule.

Was macht das Buch für mich zu Schwächling?

Auf Grund seines großen Erfolgs in der Presse und der diversen Auszeichnungen und Nominierungen wurde ich neugierig auf diesen Roman. Vom Inhalt und Erzählstil wusste ich nichts, als ich das Buch kaufte. Aber der Titel „bester Roman des Jahres“ ließ mich Großes erwarten.

Leider wurde ich sehr schnell ernüchtert, obgleich ich den Stoff sehr interessant fand. Ich kann nicht viele Romane, die im Osten Deutschlands in der Zeit nach Wende spielten und die dortigen Probleme beschrieben.

Es war wohl am ehesten der Erzählstil, der meine Neugierde und Begeisterung schnell zum Versiegen brachte.
Der Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Inge Lohmark erzählt. Ganz Wissenschaftlerin schlägt diese einen sehr trockenen. nüchternen Erzählstil an, der bei mir schnell Langeweile aufkommen ließ. Auch der innere Konflikt, in den Lohmark gerät, als sie ihre Gefühle für eine Schülerin entdeckt, wurde knapp-sachlich und wenig emotional geschildert, wie es der Situation meines Erachtens eher angemessen gewesen wäre. Mir fiel es dadurch wirklich sehr schwer, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen.

Vielleicht war ich für diesen Roman aber auch schlicht zu jung. (Immerhin hat er sehr vielen Menschen sehr gut gefallen.) Mag sein, dass man den Stoff mit einem großen persönlichen Erfahrungsschatz und dem was man allgemein als „Lebenserfahrung“ bezeichnet, anders liest, als ich es vor 3 Jahren tat.
Das Buch steht noch bei mir im Regal. Vielleicht starte ich in einigen Jahren tatsächlich noch einen zweiten Versuch, um herauszufinden, weshalb der Roman so sehr gelobt wurde.

Was ich sonst noch über das Buch sagen möchte:

  • Mittlerweile gibt es ein Theaterstück zum Buch.
  • Außerdem gibt es einen Film mit identischem Titel. Dieser basiert aber nicht auf dem Roman.

2 Kommentare

  1. Hallo Kerstin,
    ich habe das Buch im letzten Jahr gelesen und bin interessanterweise zwar zu einer grundsätzlich positiven Einstellung gegenüber dem Stoff gekommen, aber ich habe gerade nochmal in meine Rezension reingelesen und gesehen, dass ich geschrieben habe, dass ich noch nicht weiß, ob ich es hasse oder liebe – unabhängig davon, dass es gut geschrieben ist. Scheint also ein Buch zu sein, an dem sich nicht nur die Geister scheiden, sondern auch der einzelne Geist sich manchmal nicht ganz einig werden kann… 😉 Tolle Buchwahl!
    Liebe Grüße,
    Julia

  2. Pingback: Monatsrückblick #3: Oktober 2014 | KerstinScheuersBlog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.