3 Herzchen, Rezension, Roman
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Rezension #32: „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer

Warum ich es gelesen habe?

Das Buch wanderte auf meine Wunschliste, weil es die Fortsetzung von „Gut gegen Nordwind“ ist, welches mir gut gefiel. (Zu meiner Rezension gelangst Du hier.) Daher war ich neugierig, wie es weiter gehen würde mit Leo und Emmi.

Wie war mein erster Eindruck?

Der Anfang gefiel mir recht gut. Das Buch ist in der gleichen Form geschrieben wie „Gut gegen Nordwind“, also als Email-Roman. Diesmal jedoch geschehen die wesentlichen Dinge nicht am PC per Email-Austausch sondern im realen Leben. Dadurch bekommen die Emails eine andere Bedeutung als bei „Gut gegen Nordwind“, wo sie Hauptmedium der „Beziehung“ zwischen den beiden Protagonisten waren. In dieser neuen Perspektive ist der Leser bei dem eigentlichen Ergebnissen außen vor und muss sich diese anhand der hinterher ausgetauschten Emails selbst zusammen reimen. Dieser indirekte Blickwinkel auf die Geschehnisse fand ich sehr spannend.

Wie fand ich das Buch allgemein?

Klar ist, dass „Alle sieben Wellen“ als Fortsetzung sich immer an „Gut gegen Nordwind“ wird messen lassen müssen. Ich fand dabei „Alle sieben Wellen“ etwas schwächer als sein Vorgänger. Vor allem der Mittelteil zog sich etwas. Emmi konnte ich zwischendurch gar nicht mehr nachvollziehen. Ich fand ihr Verhalten schlichtweg unlogisch. Dies klärt sich zwar zum Schluss noch etwas auf; bei mir blieb jedoch eine gewisse Ratlosigkeit bestehen.

Auffällig fand ich außerdem auch, dass ich in „Alle sieben Wellen“ weitaus weniger tolle, gefühlvolle, poetische, philosophische „Lieblingsstellen“ fand als in „Gut gegen Nordwind“. Eigentlich sind es nur zwei Stellen, die mich so richtig ins Schwärmen brachten und in Erinnerung blieben. Hier bleibt Glattauer meiner Meinung nach etwas „unter seinen Möglichkeiten“, um mit Emmi zu sprechen.

Hautkritikpunkt meinerseits ist jedoch das Ende. Das hat mich leider total enttäuscht. Im Gegensatz zu „Gut gegen Nordwind“ lässt der Schluss von „Alle sieben Wellen“ kaum Platz für eigenen Interpretationsspielraum und Fantasien des Lesers. Dies bedeutet auch, dass man sich im Nachhinein weniger mit den im Roman aufgeworfenen Fragen auseinandersetzt. Dies nahm der Geschichte für mich einiges an Charme. Vielleicht hätte man das erste Buch doch einfach ohne Fortsetzung stehen lassen sollen. Mir hätte es so besser gefallen.

Bewertung: ♥♥♥♥♥ „lesenwert“

"Alle sieben Wellen" von Daniel Glattauer

6.7

Anfang

8/10

    Handlungsverlauf

    7/10

      Charaktere

      7/10

        Schluss

        2/10

          Sprache

          10/10
            • gefühlvoll
            • poetisch
            • philosophisch
            • ohne Stereotypen
            • schwaches Ende
            • Längen im Mittelteil

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