5 Herzchen, Frauen, Krimi, Rezension
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Rezension #31: „Flavia de Luce 5: Schlussakkord für einen Mord“ von Alan Bradley (Katharina Orgaß/ Gerald Jung)

Warum ich es gelesen habe?

Bereits seit dem ersten Buch der Serie bin ich großer Flavia de Luce-Fan. Mir gefällt es, dass es hier ein 11jähriges Mädchen mit einem Hang zum Morbiden und einer Vorliebe für das Giftmischen ist, die hier Mordfälle löst.

Speziell auf dieses 5. Buch war ich vor allem deshalb so gespannt, weil sich im letzten Badn erstmals eine größere Rahmenhandlung andeutete. Bis dato standen die einzelnen Bücher mehr oder weniger lose nebeneinander; die einzelnen Figuren wurden beispielsweise nicht älter. Hier gab es keine wirkliche Entwicklung. In Band 4 wurde diese Tradition erstmals gebrochen und ich war entsprechend neugierig, wie es nun im 5. Band weitergehen würde.

Wie war mein erster Eindruck?

Das Buch hat einen ganz typischen „Flavia de Luce“-Anfang, über den ich mich sehr gefreut habe. Beschrieben wird eine biblische Szene an einem der Kirchenfenster von St. Tankred, in der Johannes der Täufer geköpft wird. Das ganze wird recht blutig dargestellt und natürlich erfährt der Leser erst ganz am Schluss, dass Flavia die Kirchenfenster St. Tankreds betrachtet.
Ich fand es super!

Die Leiche wird dann auch recht schnell und auf sehr abenteuerliche Weise während der Öffnung des Grabmals des heiligen St. Tankreds in Kapitel 2 gefunden, was mich wirklich sehr begeisterte und fesselte.

Wie fand ich das Buch allgemein?

Auch bei ihrem 5. Mordfall läuft Flavia de Luce wie gewohnt zur Hochform auf: sie führt chemische Analysen durch, schnüffelt nachts auf dem Friedhof von Bishop´s Lacey und schließt Freundschaft mit einem Mann mit Schwimmhäuten, der scheinbar unfreiwillig in Isolation lebt.

Diesmal jedoch ist das Buch und der Mordfall weitaus komplexer als ich es von den 4 Vorgängerbänden gewohnt war. Zum einen findet wesentlich mehr Rahmenhandlung statt: Feely soll heiraten, Buckshaw wird zwangsweise zum Verkauf angeboten,… Zum anderen spielt auch der geschichtlicher Hintergrund der Kirche St. Tankred und des Dorfs Bishop´s Lacey eine Rolle. Auf Seite 160, also gut 110 Seite vor dem Ende des Romans war ich auf Grund der Komplexität schließlich davon überzeugt, ein Cliffhanger-Ende vorzufinden.

Mir hat diese Erweiterung der Geschichte gut gefallen. Die Serie gewinnt dadurch an Tiefe. Endlich gibt es eine charakterliche Weiterentwicklung, denn natürlich beschäftigen Ereignisse wie die anstehende Hochzeit von Feely und der drohende Verkauf von Buckshaw auch Flavia, die ihre eigene kleine Welt zum ersten Mal massiv bedroht sieht.

Diese Veränderung der Grundstimmung des Buchs wird äußerst geschickt in die Handlung des Mordfalls eingebettet, der insgesamt düsterer erscheint, als die ersten 4 Fälle. schließlich geht es um die Ausgrabung des heiligen St. Tankred und viele Szene spielen sich des Nachts in der Kirche oder auf dem Friedhof ab. Dennoch verliert Flavia nicht ihren Charme und Witz. Es gibt viele Szene, an denen ich schmunzeln bzw. lachen musste.

Auch die neuen Charaktere, denen Flavia begegnet, sind sehr originell gewählt. Allen voran sei hier Adam Sowerby genannt, der sich zunächst als Pflanzenforscher vorstellt, später jedoch als Privatdetektiv outet und mit Flavia zusammenarbeitet. Auch am Ende des Buch scheinen noch nicht alle Geheimnisse um diesen Mann gelüftet zu sein. Ich bin daher gespannt, ob wir ihn im 6. Buch, das im Oktober erscheinen soll, wieder treffen werden.

Zum Schluss des Buches überschlagen sich noch einmal die Ereignisse und es wird richtig dramatisch für Flavia. Das eigentliche Ende hält schließlich unabhängig von der Lösung des Mordfalls eine große Überraschung bereit, die hier zwar nicht verraten möchte; die mich aber neugierig auf den nächsten Band machen.

Das Buch ist ein großer Spaß für Groß und Klein, für den ich die volle Anzahl an Herzchen vergebe.

Bewertung: ♥♥♥♥♥ „Lieblingsbuch“, weil ich restlos begeistert und bestens unterhalten war.

Flavia de Luce 5: Schlussakkord für einen Mord

Flavia de Luce 5: Schlussakkord für einen Mord
9.64

Anfang

10/10

    Handlungsverlauf

    10/10

      Charaktere

      10/10

        Ende

        10/10

          Sprache

          9/10
            • charakterliche Weiterentwicklung
            • größere Rahmenhandlung
            • höhere Komplexität
            • gruslig-morbide Grundstimmung
            • chemische Experimente und Ausdrücke tw. schwer verständlich

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