Alle Artikel in: Fantasy

„Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende – oder: Über den Zauber von Lieblingsbüchern

Nachdem ich in den letzten Jahr durch den Blog immer auf der Suche nach den spannendsten Neuerscheinungen war, kam mir in meiner Blogpause eine ganz andere Idee: ein Lieblingskinder- und -jugendbuch-ReRead. (Meine Leseliste findet Ihr auf Goodreads.) Nachdem ich bereist im Februar erneut mit großer Begeisterung Bei den Wilden Kerlen von Dave Eggers gelesen habe, war im Mai Die Unendliche Geschichte von Michael Ende dran. Schon als Jugendliche hat mich diese Geschichte um die Magie des Lesens und den Zauber der Fantasie sehr fasziniert. Etliche Male habe ich das Buch gebannt gelesen. Daran war auch die besondere Buchausgabe, die wir zu Hause hatten, nicht ganz unschuldige. Es war ein Büchergilde Edition mit zweifarbigem Druck – rot und türkis -, kunstvoll gestalteten ganzseitigen Anfangsbuchstaben jedes Kapitels und auf dem roten (Seiden-)Einband waren zwei Schlangen, die einander in den Schwanz bissen und so ein Oval bildeten. Es sah exakt so aus, wie das Buch, in dem Bastian in der Geschichte las und ich habe es geliebt. Bei jedem Mal Lesen hoffte ich  aufs Neue, dass ich dieses …

Klassentreffen in Hogwarts

Als Anfang des Jahres bekannt wurde, dass das Drehbuch zum Harry Potter-Theaterstück parallel zur Uraufführung in London veröffentlicht werden soll, war ich begeistert. Selbst die anfängliche Enttäuschung darüber, dass es sich nicht um einen “richtigen“ neuen Roman handelte, währte nur kurz. Ein neuer Harry Potter ist schließlich ein neuer Harry Potter! Ich habe das gute Stück also vorbestellt. In Englisch und als eBook, damit ich es zum Erscheinungstermin auch auch ganz sicher sofort erhalten würde. Sogar über ein paar Tage Leseurlaub dachte ich nach. Als es dann am 31.07. – Harry Potters Geburtstag – endlich so weit war, blieb ich extra bis nach Mitternacht wach, um das eBook als eine der ersten herunterladen zu können. Dieser Versuch scheiterte zwar, weil der Download erst ab 9:30 Uhr bereit stand, dennoch dürfte ich wohl zu den ersten gehört haben, die an diesem denkwürdigen Sonntag die Möglichkeit bekamen, den neuen Harr Potter zu lesen. „Harry Potter and the Cursed Child“ zu lesen, fühlte sich ein bisschen an, wie ein Klassentreffen zu besuchen. Man trifft alte, zum Teil halb …

Rezension 125: „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch

Bereits mit seinem Debütroman „Die Trolle“, der 2007 mit dem Phantastik Preis ausgezeichnet und in zahlreiche andere Sprachen übersetzt wurde, schrieb sich Christoph Hardebusch in die erste Liga der deutschen Fantasy-Autoren. Es folgten 10 weitere Bücher und diverse Beiträge zu Anthropologien. Sein neustes Projekt „Feuerstimmen“, das er in Kooperation mit der A Capella-Metall-Gruppe „Van Canto“ schrieb, ist mein erster Roman von Christoph Hardebusch. Mich überraschten vor allem die zahlreichen weiblichen Charaktere, die sich jenseits des tradierten Rollenmusters bewegen. Worum geht es? Hass und Mordlust breitet sich in der Welt aus, denn der fünfte Drache mit seinen schwarzen Mächten ist wieder erwacht und trachtet danach seinen Plan, die Welt zu zerstören, zu vollenden. Von dem vollen Ausmaß der Bedrohung ahnt die junge Königin Elena jedoch nichts, als ihr Inselreich verlässt, um nach Hilfe zu suchen. Diese findet sich ausgerechnet beim Barden Aidan, der noch nichts von seiner ganz besonderen Gabe weiß und daher mit seinem eigenen Schicksal hadert. Wird es ihnen noch rechtzeitig gelingen, den fünften Drachen zu besiegen? Wie fand ich… …den Einstieg? Christoph Hardebusch wirft seine Leser …

Von SuB-Leichen und falschem Geiz

So sehr ich meine Bücher auch liebe; manchmal erschrecke ich beim Blick in mein Regal. Aber nicht etwa weil es unordentlich wäre oder mir der Lesestoff auszugehen droht. Gott bewahre! Ganz im Gegenteil ist es vielmehr so, dass es mich an manchen Tagen deprimiert, wie unfassbar lange manche Bücher schon ungelesen dort herum stehen. Und das obwohl ich sie eigentlich unbedingt lesen wollte und noch immer will. Ein besonders dramatisches Beispiel ist die „The First Law“-Trilogie von Joe Abercrombie, die nun schon seit sage und schreibe 5 (in Worten: fünf!) Jahren ungelesen in meinem Regal versauert. Davor stand es beinahe genauso lang auf meiner Wunschliste. Aber wie konnte das nur passieren? Noch immer habe ich die feste Absicht, die Bücher auch zu lesen. Irgendwann. Erst recht nachdem mir T.S. Orgel im Interview verrieten, dass sie gerne einmal mit Joe Abercrombie etwas trinken gehen würden. Am fehlenden Interesse oder geänderten Lesevorlieben liegt es also nicht. Trotzdem habe ich das Lesevorhaben immer wieder verschoben und andere Bücher vorgezogen. Die beiden größten Nachteile der Trilogie-Ausgabe in meinem Regal sind wohl, …

Eine buchige Teeparty #5: Frühlingsgrüße

Hallo Ihr lieben Büchermenschen, gute sechs Wochen ist es nun schon her, seit wir das letzte Mal bei einer guten Tasse Tee gemeinsam über Bücher geplaudert haben. Seitdem ist bei mir einiges passiert. Zuerst war ich als Pressereferentin stark im Kommunalwahlkampf eingebunden. Dann schaltete mich eine ziemlich heftige Erkältung eine volle Woche komplett aus. Nun bin ich aber wieder fit und freue ich mich nach meiner Indiebookweek mit dem Verlag duotincta auf unsere heutige Teestunde. Passend zu den ersten Sonnenstrahlen, die uns an diesem Wochenende verwöhnen werden, habe ich uns einen Frühlingsblüten-Grüntee gekocht. Mmmh, duftet er nicht herrlich nach Erdbeeren und Aprikosen?! Buch-Kauf-Fasten Die sechs Wochen Buch-Kauf-Fasten liegen nun seit ein paar Tagen hinter mir. Insgesamt lief es nach den kleineren Startschwierigkeiten, von denen ich Euch bei der letzten buchigen Teeparty erzählt habe, eigentlich gar nicht mal so schlecht. Gut: was die Hörbücher betrifft, habe ich wieder gesündigt, aber es wäre doch auch ein Frevel gewesen, das Audible-Guthaben nicht zu nutzen, oder?! Vor allem, weil ich durch das Bookup beim Deutschen Hörbuchpreis so viele interessante Anregungen bekam. Das neue …

Lieblinge und Schwächlinge des 2. Halbjahres 2015

Der Januar ist schon wieder halb vorbei und endlich kann ich Euch auch meine Lieblinge und Schwächlinge des zweiten Halbjahres 2015 zeigen. Warum erst jetzt? – Weil ich erst am Sonntag das letzte in 2015 gelesene Buch rezensiert habe. Und weil es ein echtes Highlight war, wollte ich diesen Beitrag erst danach verfassen. Aber der ist er nun! Ich hoffe, Ihr findet ein paar Anregungen darin. Lieblinge des zweiten Halbjahres 2015 Drei Mal habe ich im zweiten Halbjahr 2015 eine Top-Bewertung von ♥♥♥♥♥ Lieblingsbuch vergeben. Es handelt sich um drei recht unterschiedliche Bücher vollkommen verschiedener Genre. Dennoch haben alle ihren ganz besonderen Reiz. „Lady Africa“ von Paula McLain Nachdem mich über den Sommer irgendwie nichts so richtig begeistern konnte, fand ich im Oktober mit Paula McLains „Lady Africa“ endlich wieder ein Lieblingsbuch. Auf die Autorin war ich durch Readpack.de aufmerksam geworden, wo ihr Vorgängerroman „Madame Hemingway“ sehr gelobt wurde. Beide Bücher passt auch sehr gut zu meinem neuen Blogschwerpunkt auf Büchern von und über starke Frauen. „Die Mechanik des Herzens“ von Mathias Malzieu Gleich im November fand ich ein nächstes Lieblingsbuch. „Die Mechanik …

Eine buchige Teeparty #1

Hallo Ihr lieben Buchmenschen, schön, dass Ihr es heute zu meiner ersten buchigen Teeparty geschafft habt. Kommt doch herein und setzt Euch erst einmal. Der Tee ist schon fertig. Ich hoffe, Ihr trinkt alle grünen Tee. Passend zur Adventszeit habe ich „Sencha Claus“ von Tee Gschwender aufgebrüht. Er enthält Mandelstückchen und Zimt und schmeckt herrlich weihnachtlich. Bitte greift auch bei den selbst gebackenen Plätzchen zu! Aktuelle Lektüre Ich lese gerade „Die Gestirne“ von Eleanor Catton für eine Leserunde bei Lovelybooks. Mit über 1.000 Seiten ist das Buch ein echtes Schwergewicht. Ich lese nun schon 3 Woche daran und bin jetzt auf Seite 793. Ich bin froh, mich letztendlich doch für die deutsche Übersetzung entschieden zu haben. Ursprünglich wollte ich es im englischen Original lesen. Ich möchte gar nicht wissen, wie lange ich dann gebraucht hätte… Inhaltlich gefällt mir das Buch sehr gut. Aber es ist sehr komplex und manchmal fiel es mir schwer, den Überblick zu behalten. Auch die Sprache von Eleanor Catton mag ich sehr. „Die Gestirne“ spielt im 19. Jahrhundert während des Goldrauschs …

Rezension #108: „Die Mechanik des Herzens“ von Mathias Malzieu

Mathias Malzieu wurde geboren 1974 in Montpellier. Er ist Frontmann und kreativer Kopf der französischen Kultband „Dionysos“, deren Lieder er selbst schreibt, textet und interpretiert. Parallel zu deren sechstem Album „la Mechanique du coeur“ erschien Mathias Malzieus zweiter, gleichnamiger Roman, der überraschend zum internationalen Bestseller wurde. Worum geht es? In der Mitte des 19. Jahrhunderts kommt Jack in einem Waisenhaus in Edinbergh zur Welt. Das Wetter ist so kalt, dass die Hebamme – Doktor Madelaine- bei Jack ein gefrorenes Herz diagnostiziert. Zum Glück „repariert“ Madelaine auch Menschen. Sie setzt Jack eine Kuckucksuhr ein, die sein Herz unterstützen soll. Jack überlebt, muss sich aber an ein paar Regeln halten: die Kuckucksuhr muss täglich aufgezogen und regelmäßig gewartet werden. Außerdem muss er seine Gefühle im Zaum haben. So ermahnt ihn Doktor Madelaine regelmäßig, sowohl seinen Zorn zügeln als auch vor der Liebe. Aber das Schicksal nimmt natürlich seinen Lauf und Jack verliebt sich – ausgerechnet an seinem neunten Geburtstag – unsterblich in eine junge Flamencotänzerin. Warum habe ich es gelesen? Die liebe Ingrid Pabst hat mich mit …