Alle Artikel in: Krimi

Rezension #141: „Das Paket“ von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek ist derzeit wohl der beliebteste deutsche Thriller-Autor. Für Das Paket gewann er gleich vier Mal den Leserpreis von Lovelybooks. Fitzek wurde zudem mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Bereits seit 2006 veröffentlicht er jährlich mindestens einen neuen Roman und landet damit in schöner Regelmäßigkeit auf der Spiegel Bestsellerliste. Natürlich ist auch Das Paket dabei keine Ausnahme. Wenn man sich den Aufwand anschaut, den Verlag und Autor darum machten, ist dies sicher auch kein Wunder. Allein die Aufmachung des Buchs ist sehr gelungen und originell. Sie erinnert tatsächlich an ein Paket. Auf dem „Adressaufkleber“ sind auf dem Romantitel und Autor zu finden. Zudem wurde Fitzeks 10. Buch-Jubiläum entsprechend groß angekündigt und von einigen Veranstaltungen begleitet. Das sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit. Leider konnte der Inhalt von Das Paket dann aber doch nicht halten, was die Präsentation versprach. Fitzek erzählt darin die Geschichte von Psychologin Emma, die durch eine Vergewaltigung, bei der ihr anschließend der Kopf rasiert wird, nicht mehr das Haus verlässt. Als der Postbote sie bittet, das Paket für einen ihr unbekannten Nachbarn …

„Der Name der Rose“: lesen oder fernsehen (oder hören)?

Der Name der Rose von Umberto Eco ist eines jener Must-Reads, um die eigentlich kein Bücherwurm herumkommt. Aber obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) mir die Verfilmung von Bernd Eichinger mit Sean Connery und Christian Slater in den Hauptrollen extrem gut gefällt, habe ich das Buch trotz mehrerer Versuch bislang immer wieder abgebrochen. Nun habe ich es statt des Buchs einmal mit dem Hörbuch versucht. Es gibt nur wenige Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann, ohne dass sie ihren besonderen Reiz verlieren. Der Name der Rose ist so ein Film. Ich mag dessen düstere Atmosphäre und das genaue Bild des Mittelalters, das darin entwickelt wird. Auch dass große Teile des Films im nahen Kloster Eberbach gedreht wurden, ist irgendwie cool. Zudem fesselt mich die verworrene, mystisch angehauchte Kriminalhandlung und die teils recht skurrilen Charaktere jedes Mal aufs Neue. Und natürlich ist auch der Umstand, dass eine sagenhafte Bibliothek und ein ganz besonderes Buch eine zentrale Rolle spielen, ganz nach meinem Geschmack. Umberto Ecos Der Name der Rose spielt 1327 in einem italienischen Benediktinerkloster. Der englische Franziskanermönch …

3 Buchtipps zum Thema Demenz

Heute ist Weltalzheimertag. Weltweit wird heute mit vielen Aktionen und Veranstaltungen auf die Situation der an Demenz Erkrankten und ihrer Angehörigen aufmerksam gemacht. Ich habe drei sehr verschiedene Unterhaltsbücher herausgesucht, die sich mit dem Thema Demenz beschäftigen: ein Drama, einen Erfahrungsbericht und einen Krimi. Demenz ist mehr als starke Vergesslichkeit. Der Begriff beschreibt eine fortschreitend verlaufende Krankheit des Gehirns, welche die Fähigkeit des (Kurz- und Langzeit-) Gedächtnisses, des Denkens, der Orientierung, der Auffassung, des Rechnens, der Lernfähigkeit, der Sprache und des Sprechens sowie die Entscheidungsfähigkeit und die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt. Auch Stimmungsschwankungen, Verhaltensveränderungen (Essstörungen, Gereiztheit, Aggression etc.) und Antriebslosigkeit bis hin zum Verlust jeder Eigeninitiative sind nicht selten. Meist tritt die Erkrankung im fortgeschrittenen Alter (ab 80 Jahren) auf. Seltener sind auch Personen, die jünger als 50 Jahre alt sind, betroffen. Laut des Welt-Alzheimer-Berichtes erkrankte im Jahr 2015 weltweit alle 3,2 Sekunden ein Mensch an Demenz. Derzeit leben ca. 46,8 Millionen Menschen weltweit mit einer Demenzerkrankung. Allein in Deutschland wird bis zum Jahr 2050 die Anzahl der an Demenz erkrankten Personen auf voraussichtlich 3 Millionen …

Eine buchige Teeparty #4

Hallo Ihr lieben Büchermenschen, schön, dass Ihr wieder dabei seid. Heute habe ich uns einen meiner Lieblingstees gekocht: Genmaicha von Shuyoa. Neben Sencha-Blättern enthält dieser Grüntee geröstete Reiskörner. Dadurch schmeckt er leicht nach Popkorn. Besonders lecker finde ich ihn mit einem Rosinenbrötchen. Aktion Seit Aschermittwoch sind wir ja nun in der Fastenzeit. Wer von Euch hat sich denn ein Fastenzeit gesetzt? Besonders beliebt sollen ja der Verzicht auf Alkohol (ich trinke eh kaum) und Süßigkeiten (undenkbar!). Ich habe mich in diesem Jahr sehr spontan dem Buch-Kauf-Fasten von Leckerekekse angeschlossen. In den nächsten sieben Wochen werde ich also keine Bücher kaufen, leihen oder bei Verlagen anfragen. Allerdings musste ich Ausnahmen machen: die Story Selection von Stephen King werde ich weiter verfolgen. Außerdem wird noch mein Quartalskauf bei der Büchergilde Gutenberg fällig. Neuzugänge Durchgehalten habe ich ganze vier Tage: Am Sonntag vormittag habe ich bei Audible „Deutschland – Erinnerungen einer Nation“ Neil MacGregor heruntergeladen. (Dank einer Aktion musste ich nur 2,95€ bezahlen.) Ehrlich gesagt, habe ich mir dabei gar nichts gedacht. Schließlich höre ich das Sachhörbuch für die Aktion …

Rezension #105: „Ein Bulle im Zug“ von Franz Dobler

Für seinen Roman „Ein Bulle im Zug“ erhielt Franz Dobler den „Deutschen Krimipreis 2015“. Die Jury lobte vor allem Franz Doblers „unfassbar gute Augen und Ohren für den Irrwitz, die furchtbare Komik und den Wahnsinn nicht nur des gesellschaftlichen Pandämoniums, das in Zügen unterwegs ist“ und nannte „Ein Bulle im Zug“ einen „kompletten, richtig guten Kriminalroman“. Gerade letzteren Eindruck kann ich leider nicht bestätigten. Worum geht es? Fallner wurde vom Polizeidienst suspendiert, weil er bei einem Einsatz einen Jungen erschoss. Laut Fallners Aussage hatte dieser zuvor eine Waffe gezogen. Dumm nur, dass sein Partner Mayer nichts dergleichen gesehen haben will. Um den Kopf wieder frei zu bekommen und zu sich selbst zu finden, beschließt Fallner, mit dem Zug aufs gerade Wohl kreuz und quer durch Deutschland zu fahren. Im Gepäck hat er den Fall eines mutmaßlichen Serienmörders, der immer in der Nähe von Bahnhöfen zuzuschlagen scheint. Gelingt es ihm neue Ermittlungserkenntnisse zu Tage zu fördern? Und was ist mit seinem eigenen Fall? Warum habe ich es gelesen? Franz Dobler wurde für „Ein Bulle im Zug“ …

Rezension #104: „Finderlohn. Bill Hodges 2“ von Stephen King

Es ist vor allem den begeisterten Kommentaren auf twitter zu verdanken, dass ich mich für die Bill Hodges-Reihe entschieden habe. Nachdem ich den ersten Teil, „Mr. Mercedes“, nur so lala fand, überraschte mich „Finderlohn“ nun durch eine sehr runde, schlüssige Handlung. Vor allem die Anspielungen auf den ersten Teil gefiel mir gut. Auch die Weiterentwicklung der Hauptcharaktere tat der Reihe gut. „Finderlohn“ ist kein klassischer „Wer war es?“-Krimi aber auch kein Horror-Roman, sondern ein sehr gekonnter Mix aus beiden Genre. Stephen King überzeugt in „Finderlohn“ durch eine durchgehend spannende Handlung, bei der verschiedene Erzählstränge, die zudem zu unterschiedlichen Zeiten spielen, geschickt miteinander verbunden werden. Hörbuchtipp! Worum geht es? Der in den 60er Jahren berühmte Autor John Rothstein wird vom psychopathischen Fan Morris Bellamy aus Enttäuschung über den letzten Roman ermordet. Dabei erbeutet dieser nicht nur einen ganzen Batzen Geld, sondern auch jede Menge Notizbücher, in denen u.a. auch zwei bislang unveröffentlichte Romane des Autors enthalten sind. Bellamy vergräbt seine Beute, bis – so der Plan – ein wenig Gras über die Sache gewachsen ist. Dann aber wird er …

Lieblinge/Schwächlinge im 3. Quartal 2015

Wie fängt man diese Rückblick-Beiträge bloß an?! Ich bin da ja ziemlich unkreativ. Leider. Deshalb lasse ich das diesmal einfach weg und fang direkt an. Heute möchte ich Euch meine Lieblinge und Schwächlinge des 3. Quartals 2015 vorstellen. Lieblinge Fang wir doch mal direkt mit den positiven Entdeckungen an. Eine Spitzenbewertung mit ♥♥♥♥♥ Lieblingsbuch gab es im 3. Quartal leider nicht. Aber ich habe immerhin vier Mal ♥♥♥♥♥♥ Buchtipp vergeben. „Nachtland. Die Seiten der Welt 2“ von Kai Meyer Mit einer Punktzahl von 8,6 schnitt „Nachtland. Die Seiten der Welt 2“ von Kai Meyer am bestenab. Der einfallsreiche, liebevoll gestaltete, fantasievolle und abenteuerliche zweite Teil der „Die Seiten der Welt“-Reihe begeisterte mich so sehr, dass ich mich gleich auf eine ganze Lesereise in die Bücherwelten der Jugendliteratur begeben habe. „Märzgefallene. Gereon Raths fünfter Fall“ von Volker Kutscher Nur geringfügig schlechter schnitt Volker Kutschers „Märzgefallene. Gereon Raths fünfter Fall“ ab. Ich habe ich eine Durchschnittspunktzahl von 8,2 vergeben. Ich bin ja bekanntlich ohnehin ein großer Fan dieser Krimi-Reihe, die im Berlin der 20er und 30er Jahre spielt. Der neuste …

Rezension #99: „Verschwörung. Millennium 4“ von David Lagercrantz

Als ich erfuhr, dass es eine Fortsetzung der Millennium-Reihe geben würde, war ich gleichermaßen erfreut und skeptisch. Natürlich habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Lisbeth Salander gefreut. Dass sich aber ein anderer, mir bis dahin unbekannter Autor, an Stieg Larssons Erbe versuchen wollte, machte mich skeptisch. Würde David Lagercrantz es tatsächlich schaffen, in die Fußstapfen von Stieg Larsson zu treten? Mit „Verschwörung“ gelingt David Lagercrantz ein erstaunlicher Spagat, indem er es schafft, die Grundzüge der Reihe fortzusetzen und gleichzeitig seine eigene Handschrift einzubringen. Das Ergebnis ist ein deutlich action- und temporeicher Thriller rund um die Themen Industriespionage im digitalen Zeitalter, künstliche Intelligenz und die Allmacht der CIA. Worum geht es? Spät abends wird Mikael Blomkvist von Frans Balder, einem erfolgreichen Wissen­schaftler und Spezialist für künstliche Intelligenz, angerufen. Dieser bittet ihn um einen sofortigen Besuch. Da sich Mikael hiervon die für das Überleben von „Millennium“ dringend benötigte neue Enthüllungsstory verspricht, willigt er ein. Doch als Mikael zum Gespräch erscheint, wurde Frans Balder nur wenige Minuten zuvor vor den Augen seines behinderten Sohnes erschossen. Mikael kann …