Alle Artikel in: Frauen

#Frauenlesen Challenge im März: Buchtipps zum Thema „Unabhängigkeit“

Am Weltfrauentag (8. März) startete meine #Frauenlesen Challenge. Das erste Monatsthema war – inspiriert durch den Indiebookday – „Unabhängigkeit“. Dabei habe ich es der Kreativität der Teilnehmerinnen überlassen, wie sie die Aufgabe lösen: ob es nun eine unabhängige Protagonistin, eine unabhängige Autorin, ein unabhängiger Verlag oder etwas ganz anderes sein sollte. Hier findet Ihr eine Sammlung der Titel, die die Teilnehmerinnen zum Märzthema gelesen haben: Silvia (LeckereKekse.de) hat sich „Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories“ von Chimamanda Ngozi Adichi vorgenommen. Die Autorin ist definitiv eine unabhängige Frau. Daher passt das Buch nicht nur wegen des Themas perfekt. Den Aufsatz „We should all be feminists“, der in dem von Silvia gelesenen Buch in der deutschen Übersetzung enthalten ist, finde ich sehr inspirierend und nehme ihn immer wieder gerne zur Hand. Silvias Meinung zum Buch könnt Ihr >>hier<< nachlesen. Anne-Marit (Annes Lesetagebuch) entschied sich für eine Frauenbiografie und las „Oriana Fallaci – Ein Frauenleben“ von Cristina De Stefano. Es ist die beeindruckende Biografie einer Frau, die nicht nur sehr früh erwachsen werden musste, sondern sich auch in …

Rezension #142: „Das Unglück anderer Leute“ von Nele Pollatschek

Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass trotz aller guter Absichten und freudiger Erwartungen aus der vermeintlich besinnlichen Zeit des Jahres plötzlich ein handfester Familienstreit wird. Wenn man gleich mehrere Tage hintereinander mit den lieben Verwandten verbringt, werden aus kleinen Macken schnell ausgewachsene Probleme und man fragt sich „Wieso sind in meiner Familie eigentlich alle bekloppt?“ Wem über die Weihnachtsfeiertage genau diese Gedanken kamen, empfehle ich Das Unglück anderer Leute von Nele Pollatschek, nach dessen Lektüre – das garantiere ich – einem die eigene Familie plötzlich als die normalste der Welt vorkommt. Worum geht es? Thene ist Mitte 20, studiert in Oxford Literatur und verbringt die Semesterferien am liebsten bei ihrem Freund in Heidelberg, von wo aus sie gemeinsam in den Odenwald fahren, um den Tag auf Klappstühlen auf einer Waldlichtung zu verbringen. In dieser friedlichen Idylle gelingt es Thene, den nötigen Abstand von ihrer anstrengenden Patchwork-Familie zu finden. Nun aber steht die Abschlussfeier in Oxford an und natürlich sind ihre manipulative Mutter Astrid, die über ihren unermüdlichen Versuchen, die Welt zu retten, gerne die …

Rezension #138: „Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ von Anne Berest

Spätestens seit ihrem Bestseller-Roman How to be a Parisian – Wherever you are. Liebe, Stil & Lässigkeit à la Française gilt die französische Theaterregisseurin und Autorin Anne Berest als eine der aufregendsten Frauen der französischen Kulturszene. Dennoch gingen ihre Bücher an mir bislang eher spurlos vorbei. Ihr neuster Roman Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau machte mich nun aber doch neugierig. Der Titel klang für mich nach einer klugen und humorvollen Auseinandersetzung mit den heute geltenden weiblichen Rollenbilder. Leider konnte mich die Umsetzung dann aber doch nicht überzeugen. Worum geht es? Für Emilienne ist ihre Nachbarin Julie ein fast übernatürliches weibliches Wesen. Sie ist nicht nur beruflich erfolgreich sondern außerdem auch eine fürsorgliche Mutter und ideale Ehefrau. Zudem ist sie sportlich, ehrenamtlich engagiert, stets perfekt gestylt, bester Laune und bestens organisiert. Dies alles sind Eigenschaften, von denen die leicht chaotische Berufsfotografin Emilienne nur träumen kann. Dass der Schein trügt, wird Emilienne erst klar, als Julie nach einem Nervenzusammenbruch in eine Klinik eingeliefert wird. Dieses Ereignis nimmt Emilienne zum Anlass, um sich für eine Fotoserie auf die Suche nach …

Rezension #137: „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah

In den USA hat der Roman längst eine Millionenauflage. Seit mehr als einem Jahr ist er dort in der Bestsellerliste vertreten. Weltweit wurde er in 31 Sprachen übersetzt. Auch die Filmrechte wurden bereits verkauft. Am Montag (19.09.) erscheint „Die Nachtigall“ nun auch bei uns. Für mich war das Grund genug, um mir die Schwestern Vianne und Isabelle, die im von den Nazis besetzten Frankreich für die eigenen Werte und ums Überleben kämpfen, genauer anzusehen. In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen; im Krieg finden wir heraus, wer wir sind. (Seite 12) Paare, die schwere Unglücke zu bewältigen haben. Schwestern, die dunkle Familiengeheimnisse aufdecken. Einsame Frauen, die, um einem vernachlässigten Kind zu helfen, ihr eigenes Leben von Grund auf ändern. Dies sind die Themen, mit denen die 1960 geborene Kristin Hannah zur beliebten Bestsellerautorin wurde, die mittlerweile mehr als 20 Frauen- und Liebesromanen veröffentlichte. Auch wenn sich die Schriftstellerin mit ihrem neuen Buch „Die Nachtigall“ erstmal an einen historischen Stoff wagt, bleibt Kristin Hannah den großen Gefühlen und Gesten treu. Dass sie dabei bisweilen die Grenze zum …

Rezension #136: „Jean Batten, Pilotin“ von Fiona Kidman

Die 30er Jahre waren eine aufregende Zeit für die sich langsam entwickelnde Flugfahrtszene. Ständig wurde neue Strecken- und Dauerrekorde gemeldet, die von der Bevölkerung mit großem Interesse verfolgt wurden. Neben den tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten gab es auch einige wagemutige Frauen, die sich bestärkt durch den Beginn der Frauenbewegung und den neuen Rechten der Frauen dem Abenteuer der Fliegerei verschrieben. Bei uns sind vor allem die Amerikanerinnen Amy Johnson, die 1930 als erste Frau alleine von England nach Australien flog, und Amelia Earhart, die 1928 als erste Frau den Atlantik überquerte, bekannt. Aber auch die Neuseeländerin Jean Batten, die 1936 als erste Frau von England nach Neuseeland flog und wegen ihrer glamourösen Auftritte als „Garbo der Lüfte“ galt, gehört zweifellos zu den Heldinnen jener goldenen Jahre der Fluggeschichte. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Fiona Kidman hat die Lebensgeschichte ihrer Landsmännin, nach der heute das internationale Terminal des Flughafens in Auckland benannt ist, nun in einem biografischen Roman aufgearbeitet. Schon die Gestaltung dieses Taschenbuchs macht deutlich, dass man einen besonderen Schatz in Händen hält. Angefangen …

8 Ehebruch-Klassiker, die sich zu lesen lohnen

Einige der interessantesten Frauenfiguren der Weltliteratur verdanken wir den Ehebruchromanen des 19. Jahrhundert. Die bekanntesten unter ihnen sind Effi aus Effi Briest, Emma aus Madame Bovary und Anna aus Anna Karenina. Aber dieser Romantypus brachte auch andere, nicht minder interessante Ehebrecherinnen und – seltener – Ehebrecher hervor. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Typus des Ehebruchromans in Europa weit verbreitet und sorgte für den ein oder anderen Skandal. Das klassische Handlungsschema umfasst die Phasen Werbung – Verführung – Entdeckung – Bestrafung und wurde zum größeren Spannungsaufbau meist mit Intrigen und den konventionellen Hindernissen angereichert. Daneben spielte der Ehebruch aber auch in anderen großen Romanen jener Zeit eine Rolle. Durch Thematisierung des Ehebruchs wurde Kritik an der bürgerliche Vernunftehe und der schwachen sozialen Stellung der meist schlecht ausgebildeten und wirtschaftlich abhängigen Frau geübt. Gleichzeitig wurde die Doppelmoral der Gesellschaft angeprangert, die selbst verheirateten Männern sexuelle Abenteuer zugestand, bei Frauen aber wesentlich strengere moralische Maßstäben anlegte. Meist trifft man daher auf Ehebrecherinnen und überwiegend weibliche Erzählperspektiven. Ich habe acht interessante Klassiker zum Thema Ehebruch zusammengetragen, …

Rezension #134: „Ehre“ von Elif Shafak

In der Facebook-Gruppe „ARD Buffet liest“ fragte Karla Paul vor kurzem nach Büchern, die dabei helfen, die jüngsten politischen Ereignisse und Entwicklungen in der Türkei zu verstehen. Dabei fiel mir ein, dass bereits seit Anfang des Jahres ein hierzu passendes Buch ungelesen in meinem Regal steht. Zwar ist „Ehre“ ein klassischer Mehrgenerationenroman, der die Geschichte und Politik der Türkei nur am Rande beleuchtet. Das beschriebene Schicksal einer kurdischen Familie beleuchtet jedoch die für uns meist so fremden Denkweisen und Rollenmodelle der islamischen Kultur. Die unter dem Pseudonym Elif Shafak schreibende türkische Schriftstellerin wurde 1971 in Frankreich geboren. Sie studierte internationale Beziehungen an der technischen Universität in Ankara, erhielt einen Master of Science in Gender Studies und promovierte in politische Wissenschaften mit der Arbeit An Analysis of Turkish Modernity Through Discourses of Masculinities. 1994 debütierte Elif Shafak mit einer türkischsprachigen Erzählung, der 1997 ihr erster Roman (ebenfalls in türkischer Sprache) folgte. Ihr 2006 auf englisch erschienener Roman The Bastard of Istanbul zog einen Strafgerichtsprozess in der Türkei nach sich, in dem Elif Shafak jedoch freigesprochen wurde. Dennoch steht Elif Shafak …

Rezension #133: „Saisonarbeit. Volte #2“ von Heike Geißler

Als ich mich im Juli durch das Programm von Mikrotext las, durfte auch „Saisonarbeit“ von Heike Geißler nicht fehlen. Zwar handelt es sich hierbei nicht um einen eShort, die eigentliche Spezialität des Digitalverlags. Nachdem ich das eBook aber bei „Literary Hub“ auf der Liste „10 Books by Women We´d love to See in English“ entdeckte, war ich natürlich neugierig. Heike Geißler wurde 1977 in Sachsen geboren. Für ihren ersten Roman“ Rosa“ erhielt sie 2001 den Alfred-Döblin-Förderpreis. 2007 folgte der Text „Nichts was tragisch wäre“, bevor sie 2008 am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teilnahm. Neben der Heftreihe „Lücken kann man lesen“ ist „Saisonarbeit“ ihre vierte Veröffentlichung. Heike Geißler mit zwei Kinder und lebt als freie Schriftstellerin in Leipzig. Worum geht es? Um ihre Finanzen aufzubessern hilft die freier Schriftstellerin und Übersetzerin Heike Geißler in der Vorweihnachtszeit für sechs Wochen als Lageristin bei Amazon aus. „Saisonarbeit“ handelt von ihren Erlebnissen während dieser Zeit. Wie hat es mir gefallen? „Saisonarbeit“ ist nicht der „Inside Amazon“-Bericht, den ich eigentlich erwartet hatte. Darüber war ich zwar anfangs ein wenig enttäuscht; tatsächlich …